Viele Kunden fragen heute nach Portfoliomanagement-Mandaten, welche neben rein finanzwirtschaftlichen Kriterien auch ökologischen und sozialen Kriterien Rechnung tragen. Ebenso gefragt sind aufgrund der volatilen Märkte transparente Mechanismen zur Wertsicherung. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, beide Bedürfnisse im Rahmen eines integrier-ten mehrstufigen Portfoliomanagement-Ansatzes gleichzeitig umzusetzen. Die Berücksichtigung ökologischer und sozialer Kriterien im Rahmen eines strikt nachhaltigen Investmentansatzes bildet dabei die erste Stufe. Hierbei leiten Experten aus dem gesamten Wertpapieruniversum durch Anwendung einer sozialen und ökologischen Rating-Methodik ein nachhaltiges Anlageuniversum ab: In einem ersten Schritt werden hierzu Unternehmen, die schwergewichtig in kritischen und damit risikoreichen Branchen wie z.B. Kernenergie, Rüstungsgüter tätig sind, ausgeschlossen. In einem zweiten Schritt werden die verbleibenden Unternehmen im Rahmen einer Umwelt- und Sozialanalyse systematisch untersucht.

Fokussierung für Kunden möglich

Neben den Unternehmen werden auch Branchen auf Nachhaltigkeit analysiert. Dies ermöglicht eine branchenspezifische Risikoabstufung: Unternehmen aus nachhaltigen Branchen sind bereits ab einem durchschnittlichen Rating investierbar. Unternehmen in konfliktträchtigen oder wenig nachhaltigen Branchen gelten nur als investierbar, wenn sie ein im Vergleich zu ihren Peers stark überdurchschnittliches Rating aufweisen.

Aus dem laufend angepassten nachhaltigen Universum wird in einem zweiten Schritt mittels herkömmlicher Finanzanalyse ein Modellportfolio für den Kunden konstruiert. Dabei kann auch eine Fokussierung auf allfällige, vom Kunden bevorzugte Themen wie erneuerbare Energien erfolgen. Im Modellportfolio können auch taktische Sichtweisen umgesetzt werden.

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Im dritten und letzten Schritt wird ein massgeschneidertes Risikomanagement-Overlay auf das Kundenportfolio angewendet. Zielsetzung eines solchen Overlay ist eine zusammen mit dem Kunden definierte Form der Werterhaltung. So könnte der Kunde z. B. vorgeben, dass sein Vermögen auf Sicht von 5 Jahren zu 100% erhalten werden muss oder auf Jahresfrist jeweils nicht mehr als 5% verlieren darf. Aus diesen Vorgaben des Kunden, dem jeweils aktuell und unabhängig ermittelten Wert des Kundenportfolios, sowie der Portfoliozusammensetzung kann nun laufend ein «Risikopuffer» berechnet werden. Dieser gibt vor, welcher Teil des Kundenportfolio zum jeweiligen Zeitpunkt in risikoarme Kasseninstrumente investiert werden muss, damit die jeweilige Wertuntergrenze mit einer bestimmten Toleranzwahrscheinlichkeit nicht unterschritten wird. Auf diese Weise wird laufend ein Risikobudget (prozentualer Anteil, der risikoreich investiert werden darf) für das Kundenportfolio ermittelt und dem Portfoliomanager zur Verfügung gestellt. Der Portfoliomanager repliziert das Modellportfolio nun lediglich im budgetierten Risikoteil des Kundenportfolios.

Durch Verzahnung zu Mehrwert

Ein derartiges Risikomanagement-Overlay kann - leicht abgewandelt - auf Portfolios aus verschiedenen Anlageklassen wie Aktien, festverzinsliche Anlagen und Fonds angewandt werden. Es kann über einen befristeten Horizont oder auf unbegrenzte Dauer wirksam sein und mit zusätzlichen Attributen ausgestattet werden. So kann eine allfällige positive Wertentwicklung der Basiswerte während der Laufzeit durch Anheben der Wertuntergrenze periodisch «eingefroren» werden (sog. «Lock-in»). Auch können verschiedene Arten von performanceabhängigen Couponzahlungen integriert werden. Die Toleranzwahrscheinlichkeit kann an das jeweilige Volatilitätsniveau angepasst werden.

Durch eine effiziente, iterative «Verzahnung» mehrerer voneinander unabhängiger Wissenskreise (Nachhaltigkeitsresearch, Portfoliomanagement und Financial Engineering) resultiert so ein attraktives, nachhaltiges Produktangebot mit hohem «Tailor-made»-Potenzial für den Kunden.