Kaum ein anderes Konzept wird in letzter Zeit dermassen bemüht wie das der Nachhaltigkeit. Als über zweihundertjährige Privatbank ist Pictet beinahe so alt wie der Begriff der Nachhaltigkeit selbst, der ja ursprünglich aus der Forstwirtschaft stammt. Könnten wir uns da nicht einfach gelassen zurücklehnen und weiter fahren wie bisher? Wir glauben mitnichten.

Wir sind überzeugt, dass auch eine alteingesessene Privatbank sich aktiv um mehr Nachhaltigkeit bemühen muss. Als Vermögensverwalterin leben wir davon, dass wir die Vermögen unserer Kunden gewinnbringend und nachhaltig anlegen. Insofern kommen unseren Anstrengungen im Bereich der nachhaltigen Geldanlage eine zentrale Bedeutung zu. Wir bieten daher unseren Kunden sowohl breit diversifizierte Nachhaltigkeitsportfolios als Kernanlage wie auch attraktive Themenfonds, die auf wichtige Nachhaltigkeitsbereiche wie Wasser und erneuerbare Energien fokussieren. Unsere diesbezüglichen Anstrengungen wurden dieses Jahr mit dem «SRI-Provider of the Year»-Preis des Fachmagazins Global Pension ausgezeichnet, was uns sehr stolz macht.

Energiesparen am Hauptsitz

Darüber hinaus haben wir aber als Bank mit bald 2500 Mitarbeitern weltweit auch einen ganz direkten und messbaren Einfluss auf unsere Umwelt, und diesen müssen wir bewusster wahrnehmen, wenn wir es mit unseren Nachhaltigkeitsanstrengungen wirklich ernst meinen. Eine gute Gelegenheit, diesen Anspruch umzusetzen, bot sich beim Bau unseres neuen Hauptgebäudes in Genf.
Die Nachhaltigkeit begann dabei bereits mit der Wahl des Standorts. Wer den neuen Hauptsitz von Pictet erstmals besucht, ist wahrscheinlich etwas überrascht, nicht einen altehrwürdigen Bau im Zentrum von Genf vorzufinden, sondern ein modernes, schnörkelloses Gebäude im mit dem öffentlichen Verkehr gut erschlossenen Gewerbe- und Industriegebiet «Les Acacias». Wir wollten mit dieser Standortwahl demonstrieren, dass der Pictet-Geist nicht von irgendwelchen Äusserlichkeiten abhängt, sondern sich dort einfindet, wo wir uns niederlassen. Wir hofften natürlich, durch unsere unkonventionelle Standortwahl auch diesem nicht immer begünstigten Quartier einen wirtschaftlichen Impuls zu verleihen, und die ersten Anzeichen davon stimmen uns sehr positiv.
Unser neues Hauptgebäude genügt höchsten Umweltschutzanforderungen und hat sich als Pilotprojekt des Stadtgenfer Versorgungsbetriebs SIG sowie der EPFL in Lausanne qualifiziert. Die ausgefeilte Haustechnik ist vollumfänglich sensorgesteuert. Die Systeme analysieren selbstständig die Luftqualität und schalten sich automatisch ein und aus, je nach herrschenden Licht- und Temperaturverhältnissen, was nicht nur Energie, sondern auch Kosten spart. Aus Umweltschutzgründen wurden für die Gebäudehülle sowie für die Möbel und die Innenausstattung keine PVC- oder polyurethanhaltigen Materialien verwendet und das verwendete Holz im Innenausbau ist bewusst einheimischer Provenienz.
Die Fassade fängt im Winter mittels passiver Energienutzung Sonnenwärme ein, ohne sich im Sommer zu stark aufzuheizen. Möglich macht dies eine Einfachverglasung auf der Aussen- und eine Doppelverglasung auf der Innenseite. Fotozellen im Innenbereich regeln den Lichtbedarf bei An- und Abwesenheit von Mitarbeitern. Stolze 95% aller verwendeten Leuchtkörper sind mit Stromsparlampen ausgerüstet.
Die Klimatisierung und Lüftung entspricht übrigens nicht nur höchsten energetischen, sondern auch ergonomischen Standards: Die verwendeten Filter sorgen nicht nur für frische Luft, sondern halten auch Feinstaub, Viren und Bakterien zurück und legen damit hoffentlich die physikalische Grundlage für ein einwandfreies Arbeitsklima! Rund 65% der Wärmeenergie wird im Sommer wie im Winter wieder verwendet. Alles in allem führen diese Energieoptimierungen dazu, dass unser Hauptgebäude rund 30% unter den Energiestandards für neu erstellte Gebäude dieses Bautyps liegt.
Sorgen machen uns – vor allem mit Blick auf die im Kyoto-Protokoll angestrebte Reduktion der Treibhausgase – die vielen Geschäftsreisen, bei denen vor allem die Flugreisen negativ zu Buche schlagen. Die Unterschiede von Land zu Land sind recht gross. In der Schweiz und Frankreich können wir bis zwei Drittel aller Geschäftsreisen mit der Bahn abwickeln, während beispielsweise in unserem Büro in Montreal vor allem geflogen wird. Wir möchten den durch unsere Flugreisen verursachten CO2-Ausstoss wenigstens rechnerisch kompensieren, indem wir andernorts geeignete Projekte unterstützen, welche CO2 reduzieren und einen nachhaltigen Nutzen stiften, z.B. durch die Nutzung von Solarenergie in Dörfern.

Anzeige

Nachhaltiges Sponsoring

Auch bei unserem Sponsoring richten wir uns nicht nach optimaler Werbewirksamkeit, sondern wählen ganz bewusst kleine und überschaubare Projekte aus, die einen nachhaltigen Unterschied machen. So haben wir beispielsweise kürzlich in Zusammenarbeit mit der EAWAG eine wissenschaftliche Bestandesaufnahme der Verschmutzung des Jangtsekiang mitfinanziert, und wir renovieren jedes Jahr einen Wasserbrunnen für ein jordanisches Schulprojekt. Wir fühlen uns aber auch den schwächsten und verwundbarsten Menschen verpflichtet, weshalb wir uns seit mehreren Jahren stark im Kampf gegen die Malaria engagieren.

------
Jacques de Saussure, Partner Pictet, Genf.