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Urteil
Nachwehen bei der Aevis Holding

Aevis Holding: Vor Gericht abgeblitzt.  Keystone

Eine Beschwerde der Aevis bezüglich einer Forderung von Bär & Karrer wurde vor Bundesgericht abgeschmettert. Die von der Kanzlei getätigte Rechtsberatung sei im Interesse der Gesellschaft gewesen.

Veröffentlicht am 03.12.2014

Das Bundesgericht hat eine Beschwerde der Aevis Holding SA (vormals Genolier Swiss Medical Network SA) bezüglich einer Forderung der Anwaltskanzlei Bär & Karrer von rund einer Million Franken in praktisch allen Punkten abgewiesen. Die Schuld stammt aus einem Auftrag, den die ehemaligen Verwaltungsräte Schroeder und Zerkowski erteilt hatten.

Die Aevis stellt sich in ihrer Beschwerde auf den Standpunkt, dass Michael Schroeder und Hans-Reinhard Zerkowski den Beratungsauftrag an Bär & Karrer im Jahr 2010 nicht erteilen konnten. Der Verwaltungsrat der damals noch Genolier lautenden AG sei nicht beschlussfähig gewesen und die beiden Verwaltungsräte hätten nicht im Interesse des Unternehmens gehandelt.

Führungswechsel aus Unzufriedenheit

Schroeder und Zerkowski beauftragten die Anwaltskanzlei, nachdem zwei Verwaltungsräte im Sommer 2010 an der Generalversammlung abgewählt worden waren. Ein weiterer Verwaltungsrat gab kurze Zeit später seinen sofortigen Rücktritt bekannt.

Damit bestand der Verwaltungsrat nur noch aus den beiden kollektivzeichnungsberechtigten Verwaltungsräten Schroeder und Zerkowski, die zusammen mit der US-Beteiligungsgesellschaft Lincoln Vale einen Führungswechsel aus Unzufriedenheit über die bisherige Leistung der Westschweizer Spitalgruppe Genolier angestrebt hatten.

Kein Interessenkonflikt

Bär & Karrer hatten ihre damalige Auftragsgeberin sechs Wochen nach der Mandatierung auf Ausstände im Umfang von 505'000 Franken aufmerksam gemacht. Wegen Liquiditätsproblemen des Unternehmens wurde eine spätere Begleichung der Schuld mit Schroeder und Zerkowski vereinbart.

Wie bereits das Handelsgericht Zürich kommt auch das Bundesgericht zum Schluss, dass die von der Anwaltskanzlei getätigte Rechtsberatung im Interesse und zum Zweck der Gesellschaft erfolgt sei. Ein Interessenkonflikt könne verneint werden.

Keinen Einfluss auf die Vertretungsmacht

Auch habe die statutenwidrige Zusammensetzung des Verwaltungsrates keinen Einfluss auf die Vertretungsmacht einzelner Mitglieder, schreibt das Bundesverwaltungsgericht. Zudem habe die Gesellschaft die Schuld anerkannt.

Das Handelsgericht Zürich muss lediglich nochmals prüfen, ob ein von Bär & Karrer geforderter Teilbetrag von rund 9000 Franken berechtigt ist.

(sda/gku)

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