Büro-Arbeitsplatz war gestern. Der traditionelle Schreibtisch wird mehr und mehr abgelöst von modernen Arbeitsumgebungen. Unternehmen sind heute mehr denn je gefordert, ihre Arbeitsumfelder optimal zu gestalten und so auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeitenden auszurichten. Die Erwartungen, insbesondere jene von jüngeren Menschen, sind dabei gross, wie eine internationale Studie von Johnson Controls zeigt.

Völlig andere Bedürfnisse

In Zeiten des Fachkräftemangels stehen Unternehmen zunehmend unter Druck, neue Arbeitsplatzkonzepte zu entwickeln, wenn sie den Kampf um die besten jungen Talente gewinnen wollen. Denn die Bedürfnisse der sogenannten Generation Y, also der heute 18- bis 25-Jährigen, unterscheiden sich wesentlich von denen voriger Generationen: Die Ansprüche sind gestiegen - und Unternehmen werden es sich in Zukunft nicht mehr leisten können, unattraktive Arbeitsplätze anzubieten. Wie die Arbeitsumgebung der Zukunft aussehen wird, lässt sich zum Teil bereits aus den Charakteristika der Generation Y ableiten: Der Nachwuchs, der rein zahlenmässig besonders in der Schweiz viel zu gering ist, geht anders an Dinge heran, ist veränderungsfreudig, agil, anspruchsvoll und technisch äusserst versiert. Menschen zwischen 18 und 25 möchten am liebsten in einem modernen, anpassbaren Arbeitsumfeld tätig sein. Flexibilität in Bezug auf Arbeitszeiten und Arbeitsorte spielt eine grosse Rolle. Individuell bestimmbare Arbeitszeiten werden dem klassischen «8 Uhr bis 17 Uhr»-Job vorgezogen. In der Schweiz ist dieser Faktor besonders wichtig, da schon heute zahlreiche Arbeitnehmende in flexiblen Arbeitszeitmodellen tätig sind. Kurzum: Schweizerinnen und Schweizer möchten am liebsten selbst bestimmen, wann und wo gearbeitet wird.Darüber hinaus ist der Aspekt der Nachhaltigkeit ein wichtiges Kriterium für die Arbeitgeberwahl. Die Generation Y wünscht sich einen Arbeitsort, der umweltfreundlich gestaltet ist, ohne dass dabei aber eine trendige Gestaltung völlig vernachlässigt wird. Büros in Städten, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Velo erreichbar sind, werden von Schweizerinnen und Schweizern bevorzugt. Dies kommt ihrer Sensibilität für Umweltanliegen entgegen. Zudem wollen junge Menschen ihren Arbeitsplatz gerne individuell gestalten können - einen Arbeitsplatz, bei dem sich übrigens 80 Prozent der Befragten einen eigenen Schreibtisch wünschen. Ebenfalls auffällig ist der Anspruch der deutschsprachigen Umfrageteilnehmer auf einen 12 bis 16 Quadratmeter grossen Arbeitsplatz. Sie liegen damit einiges höher als der internationale Durchschnitt, der von 8 bis 12 Quadratmetern ausgeht. Der Mitarbeitende von morgen ist ein «social networker», der modernste Technologien selbstverständlich einsetzt und sich auf Community-Plattformen und Blogs austauscht. Die Schweiz gehört bei der Nutzung dieser Kommunikationsmittel weltweit zur Spitze. Damit unterscheiden sich die Bedürfnisse junger Menschen signifikant von denen voriger Generationen. Dies hat aber nicht nur für die Gestaltung von Büroumgebungen weitreichende Konsequenzen, sondern betrifft das gesamte Konzept von «Arbeit» ebenso wie die Beziehung zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern.

Bezahlung ist zentral

In Deutschland und der Schweiz legen die zukünftigen Arbeitnehmenden der Generation Y bei der Wahl des Arbeitgebers mehr Wert auf die Bezahlung als ihre Kollegen in anderen Ländern. Für Letztere haben die Umgebung, das Team sowie die Weiterbildungsmöglichkeiten einen grösseren Einfluss auf die Mitarbeiterzufriedenheit und Produktivität - sei es hinsichtlich der Optimierung des Platzbedarfs, des Arbeitsplatzlayouts und -designs oder der technischen Ausstattung. Für die Arbeit die neuesten technischen Geräte zur Verfügung zu haben, ist für viele junge Menschen ein ganz selbstverständlicher Anspruch. Unternehmen sollten deshalb in Zukunft sowohl einen virtuellen als auch einen physischen Raum zur Verfügung stellen, um mehr Telearbeit zu ermöglichen. Mitarbeitende erwarten Technologien, die sich intuitiv an ihre Bedürfnisse anpassen und nahtlos in eine räumlich entfernte Arbeitsumgebung integriert werden können.

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Radikal verändertes Design

Das Design des Arbeitsplatzes wird sich in den kommenden Jahren radikal verändern und zu einem entscheidenden Faktor werden, um hochqualifiziertes Personal zu gewinnen und zu halten. Die meisten Mitarbeitenden werden in Büros arbeiten, die die Vorteile einer integrierten und dynamischen Gemeinschaft mit einem stimulierenden Arbeitsumfeld verbinden. Virtuelle Arbeitsplätze werden diese realen Räume ergänzen. Schon heute tun Unternehmen gut daran, den Vorstellungen der Generation Y Gehör zu schenken und den Erwartungen der nächsten Generation Berufseinsteiger entgegenzukommen.