Mitten im Streit über die Aufklärung der Korruptionsvorwürfe bei der WM-Vergabe nach Russland und Katar kehren immer mehr Sponsoren der Fifa den Rücken. Nach der arabischen Airline Emirates plant nun auch Sony, den zum Jahresende auslaufenden Vertrag mit dem Weltfussballverband nicht mehr zu verlängern, wie die Nachrichtenagentur Reuters von Insidern erfuhr.

Der japanische Unterhaltungselektronikriese wolle sich künftig stärker auf seine Sanierung und den Konzernumbau konzentrieren, hiess es. Das Unternehmen wollte sich nicht dazu äussern. Die Fifa erklärte, die Gespräche mit Sony liefen noch.

Schlechtes Fifa-Image vertreibt Sponsoren

Erst Anfang des Monats hatte die Fluggesellschaft Emirates, die auch die europäischen Spitzenklubs Real Madrid, AC Mailand, Paris Saint-Germain und Arsenal London sponsert, angekündigt, ihren Vertrag zum Jahresende auslaufen zu lassen. Dem «Spiegel» zufolge war das schlechte Fifa-Image auch ein Grund dafür gewesen.

Emirates und Sony gehören zu den sechs Hauptsponsoren, von denen die Fifa zuletzt jährlich rund 145 Millionen Euro kassiert hatte. Der zur WM in Deutschland 2006 gestartete Acht-Jahres-Vertrag mit Sony brachte der Fifa alleine 225 Millionen Euro. Aber auch von Sponsorenseite wurde der Druck immer stärker, die Korruptionsvorwürfe rund um die Vergabe der nächsten Weltmeisterschaften 2018 und 2022 abschliessend und vollständig aufzuklären.

Statt Befreiungsschlag folgte der Eklat

Dies gelang der von der Fifa eigens dafür eingesetzten Ethik-Kommission aber nicht. Im Gegenteil: Statt des erhofften Befreiungsschlages führte ihr Abschlussbericht sogar zu einem Eklat. Der deutsche Fifa-Ethikrichter Hans-Joachim Eckert sprach Russland und Katar in seinem Abschlussbericht von jeglichem Fehlverhalten frei und erklärte, es sei kein Grund gefunden worden, das Vergabe-Verfahren neu aufzurollen.

Der amerikanische Fifa-Chefermittler Michael Garcia widersprach allerdings sofort und warf Eckert zahlreiche unvollständige und fehlerhafte Darstellungen der Tatsachen und Schlussfolgerungen seiner Untersuchungen vor. Nun soll der italienische Vorsitzende der Audit- und Compliance-Kommission der Fifa, Domenico Scala, über den weiteren Umgang mit dem Bericht befinden.

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(reuters/dbe/ama)