Betrachtet man die Performance der grossen Nahrungsmittelmultis seit Jahresbeginn, erkennt man einen ganz klaren Sieger: Nestlé. Beim Veveyer Unternehmen steht ein Plus von rund 19% zu Buche. Cadbury Schweppes und Unilever hatten 2007 bis jetzt mit 12 und 8% ebenfalls einen akzeptablen Kursgewinn. Etwas weniger rosig lief es bei Danone (1%) und dem grössten amerikanischen Nahrungsmittelhersteller Kraft Foods (-8%).

Und auch bei den Analysten schiesst Nestlé deutlich oben aus. Der Titel des defensiven Schweizer Schwergewichts kann auf 80% Kaufempfehlungen verweisen. Ihre Qualitäten als Fels in der Brandung konnte die Aktie gerade zum Wochenbeginn wieder unter Beweis stellen. Während der SMI über 1% an Wert verlor, blieb der Kurs des Nestlé-Titels als einer der ganz wenigen stabil.

Nestlé mit starker Preismacht

Auch mit den 3.Quartals-Zahlen gab sich der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern keine Blösse und erfüllte die Erwartungen. Um 9% wurde der Umsatz in den ersten neun Geschäftsmonaten 2007 gesteigert. Das organische Wachstum lag bei 7,2%. Davon sind 2,7% auf Preiserhöhungen zurückzuführen. Diese fielen somit höher aus als erwartet. Angesichts der weiter steigenden Rohstoffkosten spricht dies jedoch für Nestlé. Aufgrund der aggressiven Preiserhöhungen im 3. Quartal sehe man dem Preisdruck entspannt entgegen, so Helvea-Analyst James Amoroso. Die über den Erwartungen liegende Preismacht von Nestlé werde die Margen schützen. Auch bei Vontobel ist man zuversichtlich: Durch kontinuierliche Anpassung der Rezepte, Verpackungen und gesteigerte Effizienz könne Nestlé die Rohmaterialpreisanstiege mehr als kompensieren.

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Danone-Aktie neu mit Schwung

Auch Danone zeigt seine Muskeln und verleiht der Aktie damit wieder etwas Schub. Die Ankündigung weiterer Preiserhöhungen erlöste den Titel von seinem Abwärtstrend. Innerhalb der letzten Woche stieg der Wert der Danone-Aktie um mehr als 10%. Beim Neunmonatsergebnis verzeichnete der französische Nahrungsmittelkonzern mit 4,4% das schwächste Umsatzwachstum seit 2001. Dies vor allem, weil der Umsatz in der Getränkesparte im 3. Quartal um 11,7% einbrach. Das schlechte Wetter in Europa und durch Streit mit einem Joint-Venture-Partner in China ausgelöste Absatzausfälle zeigen sich für diesen Einbruch verantwortlich. Mit einem Umsatzwachstum von mehr als
20% bleibt der Erfolgskurs von Danone bei gesundheitsfördernden Milchprodukten hingegen erhalten. Helvea-Analyst Amoroso spricht nicht nur dem schlechten Sommerwetter, sondern auch dem Streit in China Einmaligkeit zu. Je länger der Streit jedoch daure, desto weniger sei er von seiner «Kaufen»-Empfehlung überzeugt.
Aufgrund des robusteren Geschäftsmodells empfiehlt Amoroso den Anlegern ohnehin, die Nestlé-Aktie vorzuziehen. Während bei Danone immerhin noch 50% der Analysten davon überzeugt sind, dass die Aktie ein «Kauf» ist, können die niederländisch-britische Unilever und Kraft Foods nur 35% und die
britische Cadbury Schweppes gar nur 12% der Analystengemeinde von ihren Qualitäten überzeugen.

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Nahrungsmittelkonzerne

Tipp
Defensiver Charakter als Plus. Nestlé ist zudem ein sicherer Schweizer Wert und gemäss Zürcher Kantonalbank mit einem ungerechtfertigten Abschlag gegenüber seinen Peers gehandelt. Stolpersteine drohen von weiter steigenden Rohstoffpreisen oder einer nachlassenden Konjunktur. Bei Danone gilt es, die Anfang November erwarteten Details zur geplanten Numico-Integration abzuwarten.