Die Intervention der Schweizerischen Nationalbank (SNB) an den Devisenmärkten vor über einem Jahr schlägt sich erneut mit einem Milliardenverlust im Halbjahresergebnis nieder. Von Januar bis Juni schrieb die SNB einen Verlust von insgesamt 10,8 Milliarden Franken.

Im April und Mai letzten Jahres hatte die SNB grosse Mengen Euro gekauft, um den Franken gegenüber der europäischen Einheitswährung nicht noch stärker werden zu lassen. Falls die damalige Intervention überhaupt je eine Wirkung hat, mittlerweile ist sie mit Sicherheit längst verpufft.

Im Sog der Schuldenkrise schwächten sich Euro und Dollar weiter deutlich ab, der Franken blieb stark. Der Dollar wurde gegenüber dem Franken in der ersten Jahreshälfte um 9,6 Prozent billiger, der Euro um 2,4 Prozent. Und das beschert der SNB, die mit den Devisenmarktintervention ihre Devisenbestände noch deutlich aufgestockt hatte, nun milliardenschwere Bewertungsverluste.

Da neben Euro und Dollar auch alle anderen in der Bilanz der SNB aufgeführten Währungen zum Franken an Wert einbüssten, schreibt die SNB auf ihren Fremdwährungspositionen einen Wechselkursverlust von 11,7 Milliarden Franken. Dies geht aus dem heute veröffentlichten Zwischenbericht der SNB hervor. Inklusive Zins- und Dividendenerträgen resultiert netto auf den Fremdwährungsbeständen ein Bewertungsverlust von 9,9 Milliarden Franken.

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Verluste auf Gold, Gewinn aus UBS-Fonds

Der starke Franken respektive die Schwäche von Dollar und Euro wirkt sich bei der SNB aber nicht nur bei den Devisenständen negativ aus. In Dollar gerechnet ist Gold derzeit zwar so viel wert wie noch nie, in Franken allerdings ist der Kilopreis von Januar bis Juni von nicht ganz 42'300 auf knapp 40'800 Franken gesunken.

Die SNB verzeichnet deshalb auf ihren unverändert hohem Goldbestand einen Bewertungsverlust von 1,6 Milliarden Franken. Negativ zu Buche schlagen selbst die Frankenpositionen der SNB, welche mit einem Aufwandüberschuss von 123 Millionen Franken abschlossen. Massgebliches Element dabei war der Zinsaufwand auf jenen Geschäften, mit welchen die SNB überflüssige Liquidität aus den Märkten abschöpft.

Etwas vermindert wird der Verlust der SNB einzig durch den Stabilisierungsfonds, welcher während der Finanzkrise eingerichtet wurde, um der damals arg ins Strudeln geratenen Grossbank UBS wertlos gewordene Anlagepapiere abzunehmen. Im ersten Semester hat die SNB das Darlehen an diesen Fonds von 11,8 auf 8,0 Milliarden Franken verringern können.

Zudem weist der Fonds einen Halbjahresgewinn von 1,34 Millliarden Dollar aus, wodurch immerhin ein positiver Beitrag von 697 Millionen Franken zum SNB-Ergebnis resultiert.

Konsequenzen ffür die Kantone

Der hohe Verlust im ersten Halbjahr 2011 folgt auf einen tiefroten Jahresabschluss 2010, in dem sich das Minus der SNB auf 19,2 Milliarden Franken belief.

Spürbare Konsequenzen wird das insbesondere auf die Kantone haben. Bereits im Frühling hat die SNB klar durchblicken lassen, dass diese aufgrund der Verluste in den nächsten Jahren mit keinen Gewinnausschüttungen mehr rechnen können oder dass diese zumindest deutlich schmäler ausfallen werden.

(tno/laf/sda)