Die oft als Übernahmeobjekt genannte Nationale Suisse will ihre Eigenständigkeit bewahren. Neben den Kernaktionären sollen künftig mehr institutionelle Aktionäre gewonnen werden. Und auf operativer Ebene soll das europäische Auslandgeschäft besser positioniert werden, auch Wachstum ausserhalb Europas ist ein Thema, wie CEO Hans Künzle in einem Interview mit der «Basler Zeitung» (Vorabdruck Ausgabe 15.2.) sagte.

Die Nationale wünsche keine Aktionäre, die eine Beteiligung von mehr als 20 Prozent am Unternehmen halten. Sollte das Paket der deutschen Nürnberger auf den Markt kommen, wofür allerdings CEO Künzle keine Anzeichen hat, käme folglich nur die Baloise als Käufer in Frage, so die BaZ. Künzle bestätigt dieses Gedankenspiel: «Recht haben Sie insofern, als wir keine Aktionäre mit einer Beteiligung von mehr als 20 Prozent wünschen. Wenn die Helvetia oder die Mobiliar das Paket erwerben würde, würden wir dies als feindlichen Akt betrachten.»

50 Prozent der Nationale-Titel in festen Händen

Aber dies wüssten alle Beteiligten, so CEO Künzle weiter. «Man kann Aktien auch breit im Markt streuen. Eine breitere Streuung unserer Titel würden sich viele unserer Investoren und auch wir wünschen.» Denn mehr als 50 Prozent der Nationale-Titel seien in festen Händen. «Der enge Markt hält viele institutionelle Anleger davon ab, bei uns zu investieren.»

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Im Ausland liefen die Geschäfte in Italien und Belgien «nicht wie gewünscht». Die schlechte Wirtschaftslage habe zum Beispiel zu «einem spürbaren Einbruch der Transporttätigkeiten und von Infrastrukturprojekten» geführt. Mit Blick auf eine Verbesserung der Lage würden zurzeit verschiedene Optionen geprüft. Dazu werde er sich bei der Präsentation der Geschäftszahlen Ende März äussern, so der CEO weiter.

Ziel Asien und Südamerika

Auch ausserhalb von Europa würden Wachstumsmöglichkeiten geprüft, hiess es weiter. Die Nationale wolle ihr Know-how in der Transport-, Kunst- und Infrastrukturprojekt-Versicherung verstärkt bei den grossen Projekten in Asien und Südamerika einzubringen. Aber auch in Deutschland wird Potenzial gesehen. Dort sei die Transformation von einem allgemeinen Retail- zu einem Spezialversicherer schon sehr weit, wie Künzle weiter sagte.

Für allfällige Übernahmen stehen dem Versicherer bedeutende Mittel zur Verfügung. «Aus heutiger Sicht wäre es unproblematisch, aus überschüssigem Kapital rund 100 Millionen Franken für generelles Wachstum einzusetzen. Darüber hinaus verfügen wir über ein genehmigtes Aktienkapital, mit dem wir zum aktuellen Börsenkurs nochmals rund 400 Millionen Franken mobilisieren könnten», sagte Künzle weiter.

(awp/tke/vst)