Nach dem Rassismusskandal in der US-Basketballliga NBA steht dem Verkauf der Los Angeles Clippers an Ex-Microsoft-Chef Steve Ballmer nichts mehr im Weg. Die Liga und die Eigentümerfamilie Sterling einigten sich, wie es in einer Mitteilung vom Freitag hiess.

Demnach übernimmt Ballmer den Club für rund zwei Milliarden Dollar, während die Liga ihren Plan fallenlässt, den umstrittenen Club-Patron Donald Sterling zum Verkauf der Clippers zu zwingen. Im Gegenzug habe sich Sterlings Frau Shelly und die Familienstiftung verpflichtet, die Liga nicht zu verklagen und sie vor weiteren Klagen durch Donald Sterling zu schützen.

Hintergrund des Verkaufs ist ein Rassismusskandal um den bisherigen Besitzer Donald Sterling: Der 80-Jährige hatte sich in einem privaten Gespräch rassistisch über Schwarze geäussert. Ein Mitschnitt des Gesprächs gelangte an die Öffentlichkeit. Daraufhin sperrte die US-Profiliga NBA Sterling im April auf Lebenszeit und belegte ihn mit einer Millionen-Geldstrafe.

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NBA-Besitzer müssen noch zustimmen

Dem Verkauf der Clippers muss jetzt nur noch der NBA-Vorstand zustimmen. Ein für Dienstag angesetztes Treffen des Ausschusses, bei dem die 29 Vereinschefs darüber abstimmen wollten, ob Sterling das Eigentum an dem Club aufgeben muss, wurde nach der Einigung abgesagt.

Der Verein gehörte seit 1981 Donald Sterling. Mehrere Medien berichteten, der 80-Jährige leide seit mindestens drei Jahren an Alzheimer, deshalb habe seine Frau Shelly die Kontrolle über die Familienstiftung übernommen.

Den Verkauf der Clippers an Ballmer hatte Shelly Sterling verhandelt, doch offenbar sperrte sich der 80-Jährige plötzlich gegen die Übernahme. Sein Anwalt Bobby Samini sagte der «Los Angeles Times», dass Sterling dem Verkauf nicht zustimmen wolle. Auch von einer Milliardenklage gegen die Liga war die Rede.

Gewaltiger Gewinn für Sterlings

Das Magazin «Forbes» hatte den Wert der Clippers, den Sterling für zwölf Millionen Dollar erwarb, zuletzt auf rund 550 Millionen beziffert. Angesichts der jüngsten TV-Rechteverhandlungen dürften die Preise für Übertragungsrechte von NBA-Spiele jedoch regelrecht explodieren - ein lohnendes Geschäft für die Clubeigentümer.

Bislang haben die Clippers noch nie den prestigeträchtigen NBA-Ligatitel geholt. Dafür wären sie nach einem Verkauf der teuerste Basketballclub in der US-Geschichte. Die teuerste Übernahme eines Sportvereins liegt rund zwei Jahre zurück: 2012 erwarb ein Konsortium den Baseball-Verein Los Angeles Dodgers für 2,1 Milliarden Dollar.

(sda/chb)