Neben Obligationen und Aktien stellen Immobilien lukrative Anlagen dar. Um richtig zu investieren, greifen beispielsweise nicht wenige Pensionskassen auf Immobilienratings zurück. «Ratings helfen, Juwelen von faulen Eiern zu unterscheiden», sagte Kurt Christen, Leiter Bewertung/Beratung bei IAZI, anlässlich der in Zürich stattgefundenen Präsentation des diesjährigen Benchmarks für Schweizer Immobilien. Dass Immobilienportefeuilles ähnlich wie beispielsweise Aktienportefeuilles bewirtschaftet werden müssen, weiss Robert Egli, Pensionskassenverwalter der kantonalen Pensionskasse Schaffhausen, aus eigener Erfahrung. Besonders Aspekte der Risikoverteilung dürften nicht dem Zufall überlassen werden, so Egli.

Warum Immobilienfonds auch für Privatanleger interessant sein können, erklärt Marianne Volonté Rüeger von der Anwaltskanzlei Law and Finance: «Immobilienfonds mit direktem Grundbesitz bieten erhebliche Steuervorteile.» Dieser Meinung ist auch Donato Scognamiglio, Geschäftsführer von IAZI. «Anders als Aktien generieren Immobilien auch in Krisenzeiten Cash und Rendite», so der Experte. IAZI hat errechnet, dass die Performance von Immobilien im Jahr 2009 gegenüber 2008 um 0,7% auf 5,6% zurückgegangen ist. Dabei erwirtschafteten Wohn-, Geschäfts- und gemischte Immobilien ähnlich hohe Renditen - die im Fall von Liegenschaften aus Mieteinkommen und Wertsteigerung bestimmt werden. Die beiden Westschweizer Kantone Wallis und Waadt verzeichneten letztes Jahr die höchsten Renditen, Tessin und Graubünden die niedrigsten. Die Sollmiete pro Quadratmeter Nutzfläche lag im gesamtschweizerischen Durchschnitt mit 231 Fr. leicht höher als im Vorjahr. Während die Wohnmieten in allen Kantonen gestiegen sind, waren die Mieten von Geschäftsimmobilien etwa in den Kantonen Luzern, Aargau oder Bern leicht rückläufig. Eine Wohnoase bleibt Genf: «Der Genfer Wohnmarkt spielt nicht», erklärt Scognamiglio. «Wer in Genf eine Wohnung, aber eine Arbeit in Zürich hat, zieht es vor, die Wohnung in Genf trotzdem zu behalten.»

Anders als in den USA oder in Asien sieht Scognamiglio in der Schweiz zurzeit keine Immobilienblase wachsen. Den Anlegern empfiehlt er, in Nebenregionen statt in Zentren zu investieren. Schaffhausen biete beispielsweise konstantes Wertwachstum, während die Liegenschaften in Zug von der Konjunktur abhängen.

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