Der Dentalimplantat-Hersteller Straumann hat im ersten Halbjahr 2015 den Umsatz aufgrund der im Frühjahr voll übernommenen Neodent deutlich gesteigert. Wegen der in diesem Zusammenhang verbuchten Einmaleffekte resultierte unter dem Strich allerdings ein kleiner Verlust. Die Guidance für das erwartete organische Wachstum im Gesamtjahr wurde leicht angehoben.

Der Umsatz stieg im Vorjahresvergleich um +11 Prozent auf 398,5 Millionen Franken. In Lokalwährungen (LW) betrug der Zuwachs 17 Prozent. Organisch habe das Wachstum 9 Prozent betragen, teilt Straumann am Donnerstag mit. Da der Bruttogewinn nicht im gleichen Masse zulegte (+6,5 Prozent auf 301,9 Millionen) ging die entsprechende Marge um 3,1 Prozentpunkte auf 75,8 Prozent zurück. Das Betriebsergebnis auf Stufe Ebit nahm um 10 Prozent auf 82,7 Millionen Franken zu. Hier konnte die Marge aufgrund des operativen Leverage sowie Massnahmen zur Kostensenkung bei 20,7 Prozent praktisch stabil gehalten werden.

Prognosen der Analysten übertroffen

Unter dem Strich resultiert aufgrund der in Aussicht gestellten Neodent-Effekte ein Fehlbetrag von 0,7 Millionen Franken. Bezüglich der im Zusammenhang mit dem Neodent-Zusammenschluss verbuchten Kosten gibt Straumann ein Update: 2015 werde ein Aufwand von 77 Millionen Franken verbucht, der Aufwendungen aus der Neubewertung von Lagerbeständen von 13 Millionen und einen Nettoverlust von 64 Millionen bei dem Ebit nachgelagerten Positionen enthalte. Diese Sondereffekte seien nicht liquiditätswirksam und seien ausschliesslich im ersten Semester angefallen.

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Mit den vorgelegten Zahlen wurden die Prognosen der Analysten auf allen Ebenen übertroffen. Der AWP-Konsens liegt für den Umsatz bei 395,5 Millionen Franken, für den Ebit bei 73,1 Millionen und für das Konzernergebnis bei -3,0 Millionen.

Bereinigt um die Neodent-Sondereffekte liegt der Bruttogewinn bei 315,0 Millionen Franken (+11 Prozent), der Ebit bei 95,8 Millionen (+28 Prozent) und das Konzernergebnis bei 72,6 Millionen (+5,6 Prozent).

Stärkstes Quartal seit 2008

«Wir haben die Erholung in Europa aufgenommen und darauf aufgebaut. Dank des starken organischen Wachstums in Lateinamerika und guten Ergebnissen in den anderen Regionen blicken wir auf das bislang stärkste Quartal zurück, seitdem 2008 die Rezession auch den Dentalmarkt erfasst hat», wird CEO Marco Gadola in der Mitteilung zitiert.

«Unser Umsatzwachstum wurde von neuen Produkten wie unserem neuen Bone Level Tapered-Implantat sowie unserem umfassenden Sortiment an regenerativen Lösungen getrieben, dank denen wir Marktanteile hinzugewinnen konnten.» Die Massnahmen zur Abfederung der starken negativen Währungseffekte würden Wirkung zeigen, und mit «guten» Umsatzzahlen sei man auf «bestem» Weg, die Rentabilitätsziele für das Gesamtjahr zu erreichen.

Wachstum angepasst

Für das Gesamtjahr 2015 geht die Konzernleitung davon aus, dass die weltweiten Implantatmärkte weiter wachsen werden und Straumann im Gesamtjahr ein organisches Umsatzwachstum im mittleren bis höheren einstelligen Bereich erzielen wird. Bislang galt ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich als Zielgrösse.

Die Gruppe werde versuchen, die Investitionen gleichmässig auf Wachstumsmärkte und strategische Projekte zu verteilen, wie es heisst. Unter Berücksichtigung dieser Wachstumsannahmen strebe man eine Ebit-Marge im niedrigen Zwanzigerprozentbereich an (vor Sondereffekten aus dem Unternehmenszusammenschluss). Im ersten Halbjahr lag die Quote bei 24 Prozent.

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(awp/jfr/gku)