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Nestlé-Chef Bulcke warnt vor schwierigem Jahr

Bulcke anlässlich des 150-Jahre-Jubiläums: Kein Wachstumsfreudenjahr. Keystone

Wiederholt hat Nestlé die eigenen Zielvorstellungen nicht erfüllen können. Und auch in diesem Jahr sieht es danach aus, als ob das organische Wachstum unter dem Richtwert bleiben wird.

Veröffentlicht am 20.06.2016

Nestlé strebt jährlich ein Wachstum von fünf bis sechs Prozent an – so die offizielle Guidance. Daran wird Nestlé-Chef Paul Bulcke gemessen. Es handelt sich um das sogenannte «Nestlé-Modell». Dieses Modell hat Nestlé zuletzt wiederholt nicht erfüllen können. Das organische Wachstum lag 2015 bei 4,2 Prozent nach 4,5 Prozent im Jahr davor, wie der Schweizer Marktführer Anfang Februar mitteilte.

Auch dieses Jahr scheint das Ziel eher ambitioniert, denn in einem Interview mit dem deutschen «Handelsblatt» sagt Nestlé-Chef Paul Bulcke: «Ich werde zurzeit so oft nach dem Nestlé-Modell gefragt. Die fünf bis sechs Prozent sind unsere Ambition, aber doch nicht das Ziel für jedes einzelne Jahr unabhängig von der Weltkonjunktur. Wir haben aber die Innovationskraft und die weltweite Präsenz, um diese Ambition aufrechtzuerhalten.»

Nestlé ohne Pharma-Zukunft

Ausserdem bekräftigte Bulcke seine Strategie: Nestlé setzt schon länger nicht mehr auf einfache Lebensmittel, sondern auf medizinische Nahrung. Beschreitet der Konzern damit den Weg zur Pharmafirma? Bulcke: «Diesen Eindruck mögen einige Leute haben. Aber Pharma ist ein ganz anderes Geschäftsmodell und braucht ganz andere Forschungsansätze. Wir müssen aber besser verstehen, wie Nahrung und Gesundheit zusammenhängen. Es geht auch da um echte Wissenschaft. Wir haben dafür ein eigenes Institut in der Schweiz gegründet und arbeiten mit Partnern. Darin investieren wir, aber nicht in Pharma.»

Nicht spekulieren wollte der Chef des weltgrössten Nahrungsmittel-Herstellers zu Personalien. Viele Marktteilnehmer erwarten, dass Bulcke per nächster GV im April 2017 auf den Posten des VR-Präsidenten nachrücken wird – für den abtretenden Peter Brabeck. «Wir haben noch keine Ankündigung zu Personalien gemacht. Alles zu seiner Zeit», meinte er dazu.

(awp/ise/ama)

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