Nestlé hat einen Käufer für sein seit längerem zur Disposition stehendes US-Süssigkeitengeschäft gefunden. Der Nutella-Hersteller Ferrero übernimmt die Sparte für 2,8 Milliarden Dollar, wie der weltgrösste Lebensmittelproduzent aus Vevey am Genfersee am Dienstag mitteilte. Der Deal solle gegen Ende des ersten Quartals abgeschlossen werden. Am internationalen Süsswarengeschäft will Nestlé dagegen festhalten und dieses ausbauen, insbesondere die Schokoriegel-Marke KitKat.

Nestlé wolle ausserdem in den USA weiter investieren und auf Innovation setzen. Dies gelte insbesondere für Kategorien, bei denen der Konzern eine Führungsposition habe, wie Produkte für Heimtiere, Wasser, Kaffee, Tiefkühlkost und Säuglingsnahrung, schreibt Nestlé weiter.

3 Prozent des Nestlé-Umsatzes in den USA

Die Schweizer erzielte mit Süsswaren in den USA 2016 rund 900 Millionen Franken Verkaufserlös, entsprechend etwa 3 Prozent des Nestlé-Umsatzes in den Vereinigten Staaten. Ferrero steigt mit der Übernahme zum drittgrössten Süsswarenhersteller in den USA auf – hinter den Konkurrenten Mars und Hershey. Insidern zufolge war auch Hershey an der Nestlé-Sparte interessiert. Zu dem italienischen Konzern zählen damit künftig Marken wie Butterfinger und Baby Ruth.

Das US-Schokoladengeschäft steht unter Druck: Hershey hat 15 Prozent seiner Mitarbeiter abgebaut. Und auch Lindt & Sprüngli hat am Dienstag das schwächste organische Wachstum seit 2009 berichtet, weil der Verkauf im US-Markt zurückging.

Mehrere US-Zukäufe für Ferrero

Der neue Nestlé-Chef Mark Schneider hatte das US-Süsswarengeschäft des Konzerns vergangenes Jahr ins Schaufenster gestellt. Der frühere Fresenius-Lenker will das Wachstum beschleunigen und setzt dabei etwa auf das vielversprechende Gesundheitsgeschäft. Nestlé soll einem Medienbericht zufolge der Favorit für die Übernahme des Geschäfts mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten des Darmstädter Merck-Konzerns sein.

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Ferrero – neben Nutella auch bekannt für Kinder Schokolade oder Ferrero-Rocher-Pralinen – hat im vergangenen Jahr bereits in den USA zugekauft. Das 1946 in Italien gegründete Familienunternehmen setzt erst seit einigen Jahren auf Übernahmen. Zuvor stand Wachstum aus eigener Kraft im Vordergrund.

(reuters/Bloomberg/sda/me)