Der Gemischtwarenladen wird kleiner: Der US-Industriekonzern Honeywell will gleich zwei Firmenteile abspalten und als eigenständige Gesellschaften an die Börse bringen. Das Geschäft mit Haustechnik – von der Klimaanlage bis zur Alarmanlage – soll bis Ende des kommenden Jahres ebenso eigenständig an der Börse gelistet sein wie die Verkehrstechnik, zu der unter anderem das Turbolader-Geschäft gehört, wie Honeywell am Dienstag mitteilte. Beide zusammen erwirtschaften 7,5 Milliarden Dollar Umsatz, das ist knapp ein Fünftel des Umsatzvolumens, das Honeywell für 2016 ausgewiesen hatte. Die Aktien der beiden neuen Firmen sollen den Honeywell-Anteilseignern in die Depots gebucht werden.

Honeywell-Aktien gaben an der New Yorker Börse zum Start des Handels leicht nach. Der Konzern steht unter Druck des aktivistischen Investors Third Point, der gefordert hatte, die lukrative Luftfahrt-Sparte abzuspalten. Third Point, die Beteiligungsgesellschaft von US-Milliardär Daniel Loeb, ist auch im grossen Stil bei Nestlé engagiert. Die Honeywell-Luftfahrt-Sparte steht für mehr als ein Drittel des Umsatzes und könnte nach Berechnungen des Investors 20 Milliarden Dollar Wert für die Aktionäre schaffen. Analysten könnten sich eine Fusion mit der Luftfahrt-Sparte von GE vorstellen.

Mehr Geld für Übernahmen

Honeywell will es aber bei der Abspaltung der beiden Unternehmensteile bewenden lassen, die drei Milliarden Dollar bringen soll. Das Geld soll in Zukäufe, Aktienrückkäufe und die Tilgung von Schulden gehen. «Das gibt mir viel grössere Hebel, wenn es um Investitionen in Übernahmen geht», sagte Honeywell-Chef Darius Adamczyk.

Anzeige

In der Haustechnik-Sparte arbeiten 13'000 Menschen, mit Verkehrssystemen beschäftigen sich 6500 Mitarbeiter. «Das verbleibende Portfolio besteht aus wachstumsstarken Geschäften in sechs attraktiven Märkten, die sich um globale Mega-Trends wie Energieeffizienz, Verstädterung und Sicherheit drehen», sagte Adamczyk. Dagegen bringen die Turbolader nur noch schwache Margen. Zudem sind sie durch den Trend zur Elektromobilität und den schärferen Auflagen für klassische Verbrennungsmotoren bedroht. Auch der Autozulieferer Delphi hat sich von Motorentechnik getrennt.

(reuters/mbü)