Das schwächelnde Geschäft in China und der Lebensmittelskandal um Fertignudeln in Indien haben den Nahrungsmittelkonzern Nestlé im vergangenen Jahr gebremst. Das organische Wachstum lag bei 4,2 Prozent nach 4,5 Prozent im Jahr davor, wie der Schweizer Marktführer mittelte.

Damit blieb er – wie allerdings erwartet – bereits zum dritten Mal in Folge unter dem eigenen Langfristziel von 5 bis 6 Prozent. Analysten hatten durchschnittlich 4,3 Prozent erwartet. Für das laufende Jahr rechnet der Konzern ebenfalls mit einem organischen Wachstum von rund 4,2 Prozent.

Höhere Dividende

Das Wachstum 2015 setzte sich zusammen aus dem interne Realwachstum (RIG) von 2,2 Prozent und Preisanpassungen von 2,0 Prozent, wie der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern mitteilte. Der Gesamt-Umsatz erreichte 88,8 Milliarden Franken. Der Gewinn schrumpfte um 5,4 Milliarden auf 9,1 Milliarden Franken.

Der Konzern begründet den Rückgang mit dem Einzeleffekt, den der Verkauf eines Teils der L'Oréal-Beteiligung im Jahr 2014 hatte. «Ausserdem bestanden einige Wechselkurseffekte» heisst es im Communiqué. Wechselkurse per Saldo wirkten sich mit -7,4 Prozent und Zu-/Verkäufe mit +0,1 Prozent aus.

Der Verwaltungsrat hält dennoch an seiner Politik der kontinuierlichen Dividendenerhöhung fest und schlägt eine Erhöhung um 5 Rappen auf 2,25 Franken pro Aktie vor - nach 2,20 Franken für das Jahr davor.

Ähnliche Prognosen für 2016

CEO Paul Bulcke zeigt sich zufrieden in der Mitteilung: «Im Jahr 2015 haben wir ein profitables Wachstum am oberen Ende der Branche in einem nach wie vor herausfordernden Umfeld erwirtschaftet.» Das organisches Wachstum sei gestützt worden von einer erhöhten Dynamik beim internen Realwachstum, verbunden mit einer fortlaufenden Margenverbesserung. Zusätzlich habe man in den meisten Kategorien und Märkten die Marktanteile gehalten oder ausgebaut.

Anzeige

Nestlé geht davon aus, dass das Handelsumfeld im Jahr 2016 den Vorjahren ähneln wird, mit noch schwächeren Preisanpassungen. So rechne man mit einem vergleichbaren organischen Wachstum wie 2015, mit Verbesserungen der Margen und des nachhaltigen Gewinns je Aktie bei konstanten Wechselkursen und der Kapitaleffizienz, wie es heisst.

Geringere Entschädigung

Nestlé-CEO Paul Bulcke hat für das abgeschlossene Jahr 2015 eine Gesamtentschädigung von 9,07 Millionen Franken erhalten und damit etwas weniger als im Vorjahr, als ihm 9,32 Millionen bezahlt worden waren. Das Grundsalär des Nestlé-Chefs blieb dabei konstant auf 2,50 Millionen. Neben der Entschädigung leiste Nestlé für den Konzernchef wie schon im Vorjahr unter anderem noch Zahlungen an zukünftige Pensionskassenleistungen von wiederum knapp 2,1 Millionen Franken, wie dem Geschäftsbericht zu entnehmen ist.

Die Entschädigung für die gesamte Geschäftsleitung des Nahrungsmittelriesen stieg auf 47,1 Millionen von 42,5 Millionen. Zusätzlich wurden 4,9 (Vorjahr 4,8 Millionen) Franken für zukünftige Pensionskassenleistungen einbezahlt. Nestlé-Verwaltungsratspräsident Peter Brabeck erhielt im abgelaufenen Jahr insgesamt 5,73 Millionen nach 6,33 Millionen Franken im Vorjahr. Dem gesamten Verwaltungsrat wurden insgesamt knapp 10,6 Millionen nach 11,0 Millionen im Vorjahr bezahlt.

(reuters/awp/sda/ise/cfr/me/chb)