Die Affäre um die Maggi-Fertignudeln in Indien findet weiterhin kein Ende. Die indische Lebendmittelbehörde Food Safety and Standards Authority of India (FSSAI) will nun laut Medienberichten gegen Teile des jüngsten Urteils im Nestlé-Maggi-Fall klagen. Die FSSAI war im Fall um angebliche Blei-Belastungen in den Nestlé-Fertiggerichten vor dem High Court in Mumbai unterlegen. Nestlé Indien hatte darauf Anfang November angekündigt, dass der Verkauf der Maggi-Produkte wieder aufgenommen werde.

Ein erneutes Verkaufsverbot für die Fertignudelgerichte des Schweizer Lebensmittelkonzerns sei nicht das Ziel der FSSAI, meldet die indische Wirtschaftszeitung Business Standard. Vielmehr sollen damit Teile des Urteils angefochten werden, welche die Rolle der Behörde sowie das Verhalten führender Manager in dem Fall kritisieren.

Chef der Behörde in der Kritik

In seinem Urteil hatte das Gericht die Motive der FSSAI hinter dem verhängten Verkaufsverbot kritisiert. So wird dem CEO der Behörde, Yudhvir Malik, in der Urteilsbegründung vorgeworfen, das hinter den Entscheidungen verborgene Motive gesteckt hätten und es den Anschein habe, dass er von «nicht zur Sache gehörenden Faktoren» beeinflusst wurde. Zudem habe das Verhalten und die Prozesse der Behörde vor Verhängung des Verkaufsverbots gegen die Prinzipien der «natürlichen Gerechtigkeit» verstossen. Die Entscheidungen seien nicht vorurteilsfrei erfolgt.

Der FSSAI-Chef Malik wurde dem Artikel zufolge inzwischen zu dem staatlichen indischen Think-Tank NITI Aayog versetzt.

(awp/mbü/ama)