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Nestlé senkt Prognose – Nudel-Skandal belastet

Nestlé-Sitz in Vevey: Der Lebensmittelhersteller geht von weniger Wachstum aus. Keystone

Der Lebensmittelriese hat im letzten Quartal deutlich weniger Umsatz erzielt. Nicht nur der Nudel-Skandal in Indien belastete die Zahlen. Nestlé senkt daher die Prognose für das Gesamtjahr.

Veröffentlicht am 16.10.2015

Nestlé ist in der Periode von Januar bis September 2015 deutlich unter den Erwartungen gewachsen und hat den Ausblick für das Wachstum im Gesamtjahr 2015 entsprechend gesenkt. Organisch legte der weltgrösste Nahrungsmittel-Hersteller in der Neunmonatsperiode um 4,2 Prozent zu (H1: +4,5), wobei bei dieser wichtigen, um Wechselkurse und Zukäufe bereinigten Umsatzkennzahl 2,0 Prozent auf internes Realwachstum (RIG) und 2,2 Prozent auf Preisanpassungen zurückzuführen waren.

Der Gesamtumsatz betrug 64,9 Milliarden Franken und wurde beeinflusst von einem negativen Wechselkurseffekt (-6,7 Prozent), während Akquisitionen per Saldo 0,4 Prozent zum Umsatz beitrugen, wie der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern mitteilte.

Wachstumsdynamik klar verlangsamt

Mit den vorgelegten Zahlen hat Nestlé die Markterwartungen (AWP-Konsens) klar verfehlt. Analysten hatten das organische Wachstum bei 4,7 Prozent (Bandbreite 4,6-4,9 Prozent) und das interne Realwachstum bei 2,0 Prozent (1,7-2,4 Prozent) geschätzt, der Umsatz wurde bei 65,6 Milliarden gesehen.

Die Wachstumsdynamik hat sich im dritten Quartal damit klar verlangsamt. Nestlé gibt zwar keine genauen Quartalszahlen für das organische Wachstum bekannt, aufgrund der bereits bekannten Halbjahres- (4,5 Prozent) bzw. Erstquartalszahl (4,4 Prozent) dürfte das organische Wachstum in der Periode von Juli bis September aber nur bei rund 3,6 Prozent gelegen haben und damit klar unter den rund 4,6 Prozent des zweiten Quartals.

Das organische Wachstum erreichte in den Industrieländern 2,2 Prozent und in den aufstrebende Märkte 6,8 Prozent. In den drei Regionen lag das Wachstum bei 6,2 Prozent in Nord- und Südamerika (AMS), bei 4,0 Prozent in Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika (EMENA) und bei 1,1 Prozent in Asien, Ozeanien und Subsahara-Afrika (AOA).

Indien und Skin Health belasten

Konzernchef Paul Bulcke meinte zum Ergebnis: «Nach einer guten Leistung in der ersten Hälfte des Jahres wurden wir im dritten Quartal von aussergewöhnlichen Ereignissen beeinflusst und in unserer Leistung deutlich beeinträchtigt; mit Maggi Nudeln in Indien und Anpassungen in der Rabattpolitik bei Nestlé Skin Health.» Trotzdem sei das interne Realwachstum gestiegen, was auf die positive Dynamik in grossen Teilen des Geschäfts auf breiter Basis und in vielen Märkten zurückzuführen sei, so Bulcke weiter.

Nestlé habe wohl gute Fortschritte in weiten Teilen Lateinamerikas gemacht und eine signifikante Verbesserung in Nordamerika erzielt, vor allem in der Tiefkühlkost. Im Gegensatz dazu habe sich die Umsatzerholung in China aber abgeschwächt, heisst es.

Prognose gesenkt

Entsprechend musste Nestlé den Ausblick senken. Insgesamt sei das organische Wachstum knapp hinter den eigenen Erwartungen zurückgelegen und deshalb erwarte man ein organisches Wachstum von rund 4,5 Prozent für das Gesamtjahr mit Verbesserung der Margen und des nachhaltigen Gewinns pro Aktie bei konstanten Wechselkursen und der Kapitaleffizienz, heisst es dazu. Bisher war von einem organischen Wachstum von rund 5 Prozent die Rede.

(reuters/dbe/ama)

 

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