China hat gegen den Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé und weitere Hersteller von Babymilchpulver eine Untersuchung wegen des Verdachts auf Preisabsprachen eingeleitet. Nestle erklärte, man arbeite mit den chinesischen Wettbewerbsbehörden zusammen. Auch der weltgrösste Joghurt-Hersteller Danone und der US-Konzern Mead Johnson Nutrition erklärten, sie kooperierten und stellten Informationen zur Verfügung. Babymilchpulver von westlichen Firmen ist in China heiss begehrt, seit der Skandal um verseuchtes Milchpulver 2008 das Vertrauen in einheimische Produkte schädigte. Sechs Babys waren damals gestorben. Inzwischen kommt fast die Hälfte des in China verkauften Babymilchpulvers aus dem Ausland.

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Die Aktien des französischen Danone-Konzerns verloren an der Börse fast zwei Prozent, Nestlé-Papiere notierten knapp ein Prozent tiefer. Die «Beijing Times» berichtete, Chinas Wettbewerbsbehörde NDRC habe neben Nestlé, der Nestlé-Tochter Wyeth Nutrition, Danone und Mead auch Abbott Laboratories im Visier. Von dem US-Konzern war zunächst keine Stellungnahme erhältlich.

Für Nestlé ist es nicht der einzige Vorwurf wettbewerbsrechtlicher Verstösse: Wegen Preisabsprachen bei Schokoladenriegeln hatte das Bundeskartellamt im Januar saftige Strafen gegen die Schweizer und zehn andere Süsswarenhersteller verhängt.

(tke/aho/reuters)