Der Schweizer Nahrungsmittel-Konzern Nestlé hat ein umfassendes Aktienrückkaufprogramm verkündet. Im Kontext niedriger Zinssätze und der Generierung von starkem Geldfluss würden Aktienrückkäufe eine gangbare Alternative zur Schaffung von Aktionärswert bieten, schreibt die Presseabteilung.

Deshalb habe der Verwaltungsrat von Nestlé ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 20 Milliarden Schweizer Franken zugestimmt, das bis Ende Juni 2020 abgeschlossen sein soll. Der Beginn des Programms sei für den 4. Juli 2017 geplant. Auf Grundlage aktueller Prognosen rechnet Nestlé mit einer Nettoverschuldung im Verhältnis zur Ebitda von etwa 1,5 im Jahr 2020.

Antwort auf Loeb

Die Aktion ist eine Antwort auf Hedgefonds-Manager Daniel Loebs Aktivitäten im Konzern. Der aktivistische Investor Daniel Loeb investierte 3,5 Milliarden Dollar in den Nahrungsmittelgiganten.

Loebs Gesellschaft Third Point besitzt damit eigenen Angaben zufolge rund 40 Millionen Aktien. Fachleute und Analysten zeigten sich in ersten Stellungnahmen höchst überrascht von dem Einstieg. Der Amerikaner liess gleich die Muskeln spielen: In einem Brief an die Aktionäre kritisierte er den bisherigen Kurs des Konzerns scharf und stellte deutliche Forderungen.

Loeb hatte unter anderem gefordert, dass der Nahrungsmittelmulti eigene Aktien zurückkauft und den über 25 Milliarden Dollar schweren Anteil am Kosmetikkonzern L'Oréal loseist.

(chb)