Lange fehlten die beliebten Fertignudeln von Maggi in den indischen Regalen - nicht freiwillig: Wegen angeblich erhöhter Bleiwerte waren die Fertignudeln im Juni vom Markt genommen worden. Der Konzern und staatliche Behörden stritten sich monatelang.

Seit November sind sie aber wieder zu haben. Wie Nestlé mitteilte, schmecken die Nudeln wie zuvor – begleitet wurde das Comeback von einer umfangreichen Werbeoffensive: «Was während 30 Jahren funktionierte, muss auch in Zukunft bestehen bleiben», meinte Nestlés Indienchef.

«Mit Früchten und Milch geniessen»

Auf den Packungen der Esswaren gab es aber sehr wohl eine Änderung, stellen Medien in Indien fest. Nicht länger behauptet Nestlé, die Nudeln seien eine «für alle Lebensphasen wichtige Protein- und Kalziumquelle». Nun heisse es nur noch, «Zusammen mit Früchten und Milch geniessen», schreibt die Economic Times.

Die Nudeln seien nun «politisch korrekt» – die Umschreibung heisse eigentlich genau dasselbe, so die indische Zeitung. Ein Markenmanager der Konkurrenz meinte: «Niemand isst Nudeln mit Milch und Früchten – damit macht sich Nestlé durch die Konkurrenz angreifbar.» Doch offenbar wolle der Konzern nun keinerlei Risiken mehr eingehen, mutmasst das Blatt.

Umsatzgigant Nudeln

Die Maggi-Nudeln bringen Nestlé India rund 15 Milliarden Rupien jährlich ein, umgerechnet gegen 220 Millionen Franken. Damit steuerten sie in der Vergangenheit zwischen 15 und 20 Prozent zu Nestlés Indien-Umsatz bei.

Wegen der Nudel-Kontroverse fuhr die indische Tochtergesellschaft erstmals seit 15 Jahren einen Quartalsverlust ein – der Rückruf der Fertignudeln hat Nestlé im ersten Halbjahr insgesamt 66 Millionen Franken gekostet.