Ab und zu hilft Kathy Riklin als PC-Doktorin ihren Kollegen im Parlament, die vom Laptop überfordert sind. Um andere Frauen für Informatik zu begeistern, müssten bereits junge Mädchen motiviert werden, ist die Nationalrätin überzeugt. Für Riklin liegt die Ursache des tiefen Frauenanteils in der IT auch in der allzu frühen Kapitulation der Mädchen und jungen Frauen vor komplexen Systemen. Auch Kathrin Altwegg-von Burg, Physikprofessorin an der Uni Bern, ortet einen Teil des Problems, aber auch dessen Lösung in der Kindheit, nämlich bei der Erziehung. Ihre eigene Tochter ist Mathematikerin. Würde die IT plötzlich von Frauen geprägt, würde wohl als Erstes der Lohn schlagartig sinken, witzelte die Professorin halb im Ernst.

Regine Bolter, Vizedirektorin und Studiengangsleiterin Informatik der Fachhochschule Voralberg, hat bereits als kleines Mädchen Radios zerlegt. Sie wünscht sich, dass Frauen mutiger und sich vermehrt auch für anspruchsvolle Positionen bewerben würden. Gabriela Keller, Mitglied der Geschäftsleitung von Ergon Informatik AG, gibt daneben zu bedenken, dass der Dienstleistungsaspekt des Berufsstandes noch zu wenig kommuniziert werde, der Frauen dazu bewegen könnte, in der IT tätig zu werden. Zudem fehlt es ihr an weiblichen Vorbildern. Sarah C. Andris ist als IT-Consultant sicherlich einigen ein Vorbild. Sie organisiert IT-Ladies-Nights und glaubt, dass es mehr Informatikerinnen gäbe, wenn die Frauen wüssten, dass sie gut von zu Hause aus arbeiten könnten. Andrej Vckovski, Gastgeber des Anlasses im Zürcher «Schiffbau», wünscht sich als CEO der Informatikfirma Netcetera, dass auch der Staat als Einkäufer von IT mehr Rücksicht auf Firmen nähme, die das Gender-Kriterium anwenden. Auch privat versucht er etwas zur Frauenförderung beizutragen: Er ist Ehemann einer teilzeit arbeitenden Informatikerin und arbeitet daran, auch seine Tochter für die IT zu begeistern. Ihr Interesse an Technik und dasjenige vieler anderer Mädchen könnte beispielsweise mit einem Besuch im Technorama geweckt werden, schlugen ihm denn die Frauen am Podium vor.