Insgesamt kletterte Nokias Umsatz dank des Zukaufs von Alcatel-Lucent mit 5,89 Milliarden Euro auf fast das Doppelte, wie die Finnen am mitteilten. Hätte der französisch-amerikanische Konzern schon vor einem Jahr dazugehört, wären die Erlöse um 7 Prozent gesunken, dennoch fielen sie höher aus als von Branchenexperten erwartet.

Der schwedische Hauptrivale Ericsson hatte zuletzt mit schwachen Zahlen die Anleger enttäuscht. Auch Nokia-Chef Rajeev Suri sieht das Marktumfeld für das laufende vierte Quartal schwach, geht aber dennoch davon aus, die angepeilte operative Marge im wichtigen Netzwerkgeschäft am Jahresende zu erreichen.

Analysten rechneten mit weniger

Im dritten Quartal konnte Nokia die viel beachtete Bruttomarge, die Preise und Herstellungskosten ins Verhältnis setzt, auf vergleichbarer Basis um 2 Prozentpunkte auf 39,7 Prozent steigern. Der operative Gewinn ging um 18 Prozent auf 556 Millionen Euro zurück, fiel aber ebenso besser aus als von Analysten gedacht. Unter dem Strich stand unter anderem wegen höherer Verwaltungsausgaben und Steuern ein Verlust von 125 Millionen Euro, nachdem vor einem Jahr ein Gewinn von 152 Millionen Euro erzielt wurde.

Besser als Ericsson

Nokia sei auf die Nachfrageflaute besser vorbereitet als Ericsson, sagten Analysten. Experten rechnen erst ab 2020 wieder mit nennenswerten Investitionen der Kunden in Mobilfunknetze. Nokia übernahm kürzlich den Konkurrenten Alcatel Lucent, um den Konkurrenten Ericsson und Huawei aus China besser Paroli bieten zu können.

Der als Handy-Pionier bekanntgewordene Konzern streicht zudem weltweit Tausende Jobs, was ihm Ericsson inzwischen gleichtut. Bei den Schweden soll ab Mitte Januar mit Börje Ekholm ein Spitzenmanager aus dem Umfeld des Grossaktionärs Wallenberg versuchen, das Ruder herumzureissen.

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(awp/sda/chb)