Die Lufthansa ist mit einer Eil-Klage gegen den Flugbegleiter-Streik vor Gericht vorerst gescheitert. Das Arbeitsgericht Darmstadt wies den Antrag auf einstweilige Verfügung gegen die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo in der Nacht zum Mittwoch zurück.

Die Streikziele und -aufrufe seien hinreichend bestimmt gewesen, sagte Arbeitsrichter Rainer Lösch bei der Urteilsbegründung. Der Konzern wollte mit dem Eilantrag den laufenden Ausstand stoppen. Damit kann bis Freitag weiter gestreikt werden.

Berufung wahrscheinlich

Endgültig ist die Entscheidung nicht, denn die unterlegene Partei geht üblicherweise vor der nächsten höheren Instanz in Berufung. In dem seit zwei Jahren schwelenden Tarifkonflikt geht es neben vielen anderen Punkten um die Altersversorgung für die 19'000 Stewards und Stewardessen bei der Lufthansa.

Das Arbeitsgericht Düsseldorf hatte am Dienstagnachmittag überraschend den Ausstand der Stewards und Stewardessen am Flughafen der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt untersagt. Am Dienstag, dem vierten Streiktag, legte das Kabinenpersonal auf Langstreckenflügen, die von Frankfurt und München starten sollten, die Arbeit nieder. Zudem trifft der Ausstand die Lufthansa-Verbindungen ab Düsseldorf. Ein kompletter Streiktag kostet dem Unternehmen rund 20 Millionen Euro Betriebsgewinn.

Lufthansa nimmts «zur Kenntnis»

Die Lufthansa nahm die Entscheidung des Arbeitsgerichts Darmstadt «zur Kenntnis». Das Unternehmen halte aber an seiner Einschätzung fest, dass die Streikforderungen «nicht deutlich genug definiert» seien, hiess es in einer Erklärung.

Im Laufe des Mittwochs werde die Lufthansa über die weiteren Schritte entscheiden. Die Streiks verursachten grosse Schäden und der Konzern entschuldige sich ausdrücklich bei seinen Kunden, hiess es weiter.

In dem Tarifkonflikt geht es UFO um die Sicherung der Betriebs- und Übergangsrenten für die Begleiter. Erste Streiks gab es am vergangenen Freitag. Am Montag legte die Lufthansa ein neues Angebot auf den Tisch, die Gewerkschaft wies dieses aber als «Provokation» zurück.

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Gericht in Düsseldorf entschied anders

Am Dienstag schliesslich untersagte das Arbeitsgericht Düsseldorf weitere Streikmassnahmen für den Standort Düsseldorf, allerdings nur für den Dienstag selbst. Denn erst nach dem Antrag der Lufthansa auf eine einstweilige Verfügung rief UFO zu neuen Streiks von Mittwoch bis Freitag auf sämtlichen Strecken auf.

Die Lufthansa stellte daraufhin für Düsseldorf einen weiteren Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung - diesmal für die Streiks von Mittwoch bis Freitag in Düsseldorf. Mit dem Antrag befasst sich das dortige Arbeitsgericht am Mittwoch um 14 Uhr.

930 Flüge gestrichen

Unabhängig vom Ausgang der Verhandlungen strich die Lufthansa für Mittwoch rund 930 Flüge von und nach Frankfurt am Main, München und Düsseldorf. Von den Annullierungen seien knapp 100'000 Fluggäste betroffen, erklärte das Unternehmen.

(reuters/sda/chb/moh)