Mit Hilfe neuer Kundenberater will die Schweizer Privatbank Julius Bär ihr Wachstum wieder auf Touren bringen. Mit 47 Neueinstellungen übertraf das Institut im ersten Halbjahr bereits den Wert des gesamten Vorjahres. Diese Anstrengungen würden in den kommenden Monaten anhalten.

«Angesichts der Schwierigkeiten, die viele unserer Wettbewerber zur Zeit haben, erweist sich das etwas einfacher als in der Vergangenheit», erklärte Konzernchef Boris Collardi am Montag. «Diesen Vorteil nutzen wir.»

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Neue Kunden für Bär

Neue Berater bringen jeweils auch einen Teil ihrer bisherigen Kunden mit und kurbeln damit das Geschäft an. Dank der Neueinstellungen im laufenden Jahr und der angekündigten Reorganisation stellte Collardi eine Phase starken Wachstums in Aussicht. Auch weitere Zukäufe schloss der Konzernchef nicht aus.

Bei reichen Kunden sammelte das Geldhaus in den ersten sechs Monaten Neugeld von 3,7 Prozent des Bestandes ein und lag damit unter dem mittelfristigen Ziel eines jährlichen Wachstums von vier bis sechs Prozent.

Gegenwind in Lateinamerika

Bär verwies auf Gegenwind in Lateinamerika und Asien. Zudem zogen französische und italienische Kunden in Zusammenhang mit der Offenlegung von bisher unversteuertem Vermögen Gelder ab.

Doch im Verlauf der vergangenen Monate habe das Geschäft zugelegt, sodass das mittelfristige Ziel in Reichweite liege. Mit rekordhohen verwalteten Vermögen von 311 Milliarden Franken ist Bär nach UBS und Credit Suisse in der Schweiz die Nummer drei im Geschäft mit reichen Privatkunden.

Wette auf die Zukunft

An der Schweizer Börse legte die Aktie im frühen Handel 1,2 Prozent zu. Bär habe sich in einem schwierigen Umfeld akzeptabel geschlagen, erklärte Michael Kunz, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank.

«Entscheidend wird im zweiten Halbjahr und darüber hinaus, ob die sicher nicht ganz billigen neuen Kundenberater wirklich Gelder anziehen können und ob die Kunden ihre Zurückhaltung bei Transaktionen irgendwann einmal wieder aufgeben», sagte Kunz weiter.

(reuters/ise)