Hewlett-Packard (Aktie HP) baut auch künftig Computer. Der US-Konzern hat seine Pläne fallenlassen, die PC-Sparte abzuspalten oder gar zu verkaufen. «HP steht zur Personal Systems Group», sagte die neue Konzernchefin Meg Whitman. «Zusammen sind wir stärker.» Die Prüfung sei «klar» zugunsten der Beibehaltung des Geschäfts ausgefallen.

Der ehemalige Konzernchef Léo Apotheker hatte die PC-Sparte im August zur Disposition gestellt. Er wollte das Unternehmen komplett umkrempeln und stärker auf lukrativere Geschäftsbereiche wie Software und Dienstleistungen ausrichten.

Die Ankündigung hatte den Aktienkurs in die Tiefe gerissen und Apotheker letztlich nach nur elf Monaten im Amt den Job gekostet. Am Freitag legte die HP-Aktie nachbörslich um 1 Prozent zu.

Weltgrösster Computer-Hersteller

Whitman, langjährige Chefin von Ebay, war am 22. September zur neuen Chefin von HP ernannt worden. Sie hatte von Beginn an angedeutet, dass sie das Geschäft behalten wolle. Die PC-Sparte aus dem Konzern herauszulösen, hätte einmalige Kosten von 1,5 Milliarden Dollar verursacht, rechnete Finanzchefin Cathie Lesjak in einer Telefonkonferenz vor. Zudem hätte HP jedes Jahr eine Milliarde mehr für Bauteile zahlen müssen, weil die Preisvorteile eines Grosseinkäufers weggefallen wären, sagte sie.

Das PC-Geschäft ist die grösste Sparte im Konzern mit einem Umsatz von 29,5 Milliarden Dollar in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres - das ist fast ein Drittel des Gesamtumsatzes von 95,1 Milliarden Dollar.

HP machte im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 40,1 Milliarden Dollar mit seinem klassischen PC-Geschäft, der Gewinn vor Steuern und anderen Abzügen betrug zwei Milliarden Dollar. Hewlett-Packard ist nach Daten des Marktforschers Gartner der weltgrösste Computerhersteller mit einem Marktanteil von 17,7 Prozent im dritten Quartal - das ist weit vor Lenovo mit 13,5 Prozent und Dell mit 11,6 Prozent.

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Offene Fragen um die Software-Plattform

Was aus der Software-Plattform webOS wird, werde in den kommenden Monaten entschieden, sagte Whitman. Zunächst einmal werde sich HP bei den Tablets auf Microsofts nächstes Betriebssystem Windows 8 stützen. «Wir müssen im Tablet-Geschäft präsent sein», betonte die Konzernchefin. Zugleich deutete sie an, dass sie Hewlett-Packard eine Schrumpfkur verordnen könnte: «HP versucht, eine Menge Sachen zu machen. Und ich glaube fest an die Idee, wenige Dinge richtig, richtig gut zu machen.»

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(vst/kgh/sda/awp)