Drei Chefs des portugiesischen Geldinstituts Novo Banco - Nachfolger der Krisenbank Banco Espirito Santo (BES) - werfen nach nur zwei Monaten auf ihren Posten das Handtuch.

Bankchef Vitor Bento, sein Vize Jose Honorio und Finanzdirektor Joao Moreira Rato begründeten ihren Abgang damit, dass sich ihr ursprünglicher Auftrag, die Bank mit privaten Geldern zu retten, nach der Hilfsaktion des portugiesischen Staates zu sehr geändert habe.

Zuvor hatte eine Zeitung berichtet, dass die Manager die Bank wegen Auseinandersetzungen mit der portugiesischen Zentralbank über die Strategie verlassen würden. Anders als diese wollten die drei Banker die Novo Banco nicht so schnell wie möglich verkaufen, schrieb die Wochenzeitung «Expresso».

Espirito Santo mit 5 Milliarden Euro gerettet

Die Novo Banco («Neue Bank») ging aus der Krisenbank Espirito Santo hervor, die im August von Portugal mit 5 Milliarden Euro gerettet worden war. Sie war aufgespalten worden in einen überlebensfähigen Teil, Novo Banco, und in eine «Bad Bank», in der die Giftpapiere gebündelt sind.

Das grösste börsennotierte Geldhaus des Landes war über seine finanziellen Verflechtungen mit der Gründerfamilie Espirito Santo gestolpert. Deren Beteiligungsfirmen waren wie Dominosteine gefallen und reihenweise pleite gegangen.

Die Führung der Bank hatte bis zuletzt auf eine private Auffanglösung gehofft.

(sda/moh)