Die britische Grossbank HSBC ist erneut mit den gestohlenen Daten von Hervé Falciani konfrontiert. Der spanische Gerichtshof hat eine Untersuchung gegen sieben ehemalige Führungsmitglieder eingeleitet, wie die spanischen Behörden am Donnerstag mitteilten.

Auslöser für die ausgeweitete Untersuchung des Obersten Gerichtshofs Spaniens sind die Kundeninformationen, die Falciani als Mitarbeiter der HSBC Privatbank in Genf gestohlen hat. Im Fokus stehen mutmassliche Steuerhinterziehung sowie Geldwäsche.

Fast ein Fünftel weniger Gewinn

Auf den Diebstahl des ehemaligen HSBC-Informatikers gehen diverse Verfahren und Untersuchung von Steuerbehörden in Frankreich, Österreich, Belgien und Argentinien zurück. Auch die spanischen Büros der Genfer Privatbank Mirabaud wurden durchsucht.

Neben der Hiobsbotschaft aus Spanien hat die Grossbank am Donnerstag ein durchzogenes Quartalsergebnis zu verdauen. Der Gewinn fiel im ersten Quartal um 19 Prozent auf fünf Milliarden Dollar.

Auf Schrumpfkurs

Als Grund nannte das Institut den Verkauf von Geschäftsbereichen in Brasilien im vergangenen Juli und Änderungen bei der Bilanzierung von Schulden. Die Einnahmen sanken um 13 Prozent auf 13 Milliarden Dollar.

Bankchef Stuart Gulliver und der scheidende Verwaltungsratschef Douglas Flint fahren seit Jahren einen Schrumpfkurs. 43'000 Stellen wurden gestrichen und Dutzende Sparten verkauft. Damit reagiert Gulliver auf das schwierige Geschäftsumfeld mit niedrigen Zinssätzen und einer verschärften Regulierung.

(sda/jfr)