Chinas Energieverbrauch soll sich von 2005 bis 2030 mehr als verdoppeln, obwohl dieser allein in den fünf Jahren vor 2005 schon um etwa 60% angewachsen ist. Der Energie-hunger ist mit einer beträchtlichen Luftverschmutzung verbunden. So schätzt die WHO, dass die verschmutzte Luft jährlich mehr als 600 000 Menschen in China das Leben kostet. Das industrielle Wachstum der letzten Jahre führte mangels Kläranlagen zu einer erhöhten Gewässerverschmutzung, die sogar chinesische Politiker als möglichen Wachstumshemmer für die Zukunft bezeichnen.

Klimaschutz liegt im Trend

Die Regierungen asiatischer Länder blieben aber nicht untätig. Im Gegensatz zu der hier oft verbreiteten Ansicht wächst in Ländern wie China, Indien oder Malaysia die öffentliche Unterstützung für Umwelt- und Klimaschutzmassnahmen, wie folgende Beispiele zeigen.

Indien hat im Juni 2008 den «National Action Plan on Climate Change» verabschiedet. Eine der wichtigsten Stossrichtungen des Plans ist die Steigerung der Energieeffizienz. Für neun energieintensive Branchen werden Ziele gesetzt und mittels einem CO2-Handelssystem können effiziente Unternehmen von der Steigerung der Effizienz auch wirtschaftlich profitieren.

In Malaysia ist es seit 2007 für alle an der Börse kotierten Unternehmen Pflicht, über ihre unternehmerische Verantwortung (Umwelt, Soziales und Corporate Governance) zu berichten. Die Informationsgrundlage zur Bewertung der Leistung in diesem Bereich hat sich damit deutlich vergrössert.

Vom chinesischen Konjunkturprogramm sollen ca. 38% in Umweltprojekte fliessen - in den USA sind es nur gerade 12%. Als grösster Emittent von Treibhausgasen sieht sich China zunehmendem internationalen Druck ausgesetzt, sich in Kopenhagen zu umfangreichen Massnahmen für eine Abbremsung (wenn nicht eine Senkung) des Anstiegs dieser Emissionen zu verpflichten. Der nächste Fünf-Jahresplan, der ab 2011 läuft, fokussiert auf Massnahmen für eine CO2-arme Wirtschaft durch die Senkung des Kohleverbrauchs und die Förderung erneuerbarer Energien.

Anzeige

Nachhaltigkeit als Erfolgsfaktor

Vor diesem Hintergrund wird klar, dass auch für asiatische Unternehmen Umweltverträglichkeit - und der richtige Umgang damit - zunehmend ein Erfolgsfaktor wird. Ein gutes Beispiel ist MTR, der Betreiber der U-Bahn in Hongkong. Das Unternehmen verfügt seit Jahren über ein breit implementiertes Umweltmanagementsystem und gibt in seinem Nachhaltigkeitsbericht einen vertieften Einblick in die verschiedenen Aktivitäten. Produktseitig steht die Steigerung der Energieeffizienz der Züge im Vordergrund. Das Unternehmen legt hohes Gewicht auf die Sicherheit der Mitarbeiter und der Passagiere. Das Unternehmen ist vor kurzem als Sieger einer internationalen Ausschreibung für den Betrieb der Untergrundbahn in Stockholm hervorgegangen und hat sich gegen fünf internationale Konkurrenten durchgesetzt - ausschlaggebend waren die besten Qualitätsstandards.Solche Beispiele illustrieren, weshalb die Identifikation von nachhaltigen Unternehmen den Investoren gerade bei Anlagen in Asien besondere Chancen eröffnet. Eine Investition ist z.B. über Nachhaltigkeitsfonds möglich, die für die Auswahl der Unternehmen mit lokal verankerten Research-Partnern zusammenarbeiten. Die Anwendung eines Best-in-class-Ansatzes - die Auswahl der nachhaltigsten Unternehmen jeder Branche - ermöglicht es, die Investments auf Unternehmen zu fokussieren, die bezüglich guter Corporate-Governance-Standards, Steigerung der Energieeffizienz oder fairer Arbeitsbedingungen deutlich weiter sind als ihre Konkurrenten - und damit für die Zukunft besser gerüstet sind.

Hohe Wachstumsrate in Asien

Dies haben auch die Anleger erkannt. Von 2003 bis 2007 lag die Wachstumsrate nachhaltiger Anlagen in Asien deutlich über dem Gesamtmarkt. Und für die Zukunft geht eine Studie für die Zeit bis 2015 von jährlichen Wachstumsraten nachhaltiger Anlagen von deutlich über 100% aus, womit sich der Anteil nachhaltiger Anlagen am Gesamtmarkt von heute 2 auf bis zu 10% erhöhen soll.