Im Skandal um manipulierte Devisenkurse steht einem Bericht zufolge die nächste Runde an Milliardenstrafen kurz bevor. Das US-amerikanische Justizministerium könnte sich bereits in der kommenden Woche mit den US-Banken Citigroup und JPMorgan sowie den britischen Instituten Barclays und Royal Bank of Scotland (RBS) auf hohe Strafen und ein Schuldbekenntnis einigen, wie das «Wall Street Journal» am Freitag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtete. Die vier Häuser werden wohl zusammen mehrere Milliarden Dollar auf den Tisch legen müssen.

Zudem müssten sie ihre Schuld wegen der illegalen Absprachen bei der Ermittlung von Devisenkursen eingestehen. Besser sei wohl die Schweizer UBS dran: Sie sei zwar ebenfalls an den Manipulationen beteiligt gewesen, bekomme aber wegen der sehr frühen Zusammenarbeit mit den Behörden eine Art Kronzeugenstatus vom Justizministerium und komme daher glimpflicher davon. Nach monatelangen intensiven Ermittlungen stehe die Einigung zwischen dem US-Justizministerium und den genannten Banken nun kurz vor ihrem Ende.

4,3 Milliarden Dollar

Zuletzt hatte bereits die «Financial Times» berichtet, dass sich die Gespräche einem Ende näherten und auf die Banken Strafen in Milliardenhöhe zukommen könnten. Ausser Barclays hatten sich die genannten Institute bereits bei einem Vergleich mit anderen US-Behörden beteiligt. Damals wurden Strafzahlungen von insgesamt 4,3 Milliarden Dollar für sechs Banken vereinbart. Das US-Justizministerium hatte sich damals nicht an dem Vergleich beteiligt und seine breiter angelegten Ermittlungen fortgesetzt.

Damals hatten die Banken bereits eingeräumt, dass sie versucht haben, die Devisenkurse zu manipulieren. Banker hatten sich ähnlich wie beim Libor-Skandal um beeinflusste Zinssätze in verbotener Weise abgesprochen, um eigene Geschäfte zu fördern. Anders als im Libor-Skandal könnte die Deutsche Bank dieses Mal glimpflicher als viele Konkurrenten davonkommen. Die grösste deutsche Bank ist zwar einer der wichtigsten Händler im Devisengeschäft, dem weltweit grössten Finanzmarkt. Sie nimmt aber offenbar nicht an den aktuellen Vergleichsgesprächen teil und die Behörden hatten zuletzt angedeutet, dass sie sich zunächst nur auf die schwerwiegendsten Verdachtsfälle konzentrieren.

(awp/ise/hon)