Valentin Chapero hat für das kommende Geschäftsjahr nur eins im Kopf: Profitabel wachsen, wachsen, wachsen. Ein zentraler Umsatztreiber für den Sonova-Chef sind die vier Produktfamilien, die der Hörgerätehersteller im Herbst lancierte. «Das High-End-System Yuu der Marke Unitron ist seit November lieferbar, wir sind mit der Absatzentwicklung sehr glücklich», sagt Chapero der «Handelszeitung». Die drei Phonak-Produktfamilien Inspiro, Exélia und Naída werden seit Anfang Februar ausgeliefert. «Wir haben in der Schweiz schon einiges verkauft», berichtet der Sonova-Chef. «In Deutschland, Frankreich und den USA läuft der Absatz ebenfalls sehr vielversprechend an.» Noch könne man nicht genau vorhersagen, wie der Markt die Produkte insgesamt aufnehmen werde. «Wir wären allerdings sehr überrascht, wenn die grosse Akzeptanz, die wir in diesen zwei Wochen gesehen haben, nicht anhalten würde», betont Chapero.

So gibt sich der Sonova-CEO zuversichtlich, auch im nächsten Geschäftsjahr 2008/09 (per 31. März) konstant wachsen zu können. «Bisher haben wir pro Jahr 2% Weltmarktanteile dazugewonnen», erklärt Chapero. «Es ist durchaus realistisch, dass wir diesen Trend auch 2008/09 fortsetzen.» Damit will der Sonova-CEO einen Abstand zwischen Sonova und den Konkurrenten Siemens und William Demant legen – die Anbieter liegen mit Weltmarktanteilen von schätzungsweise 20 bis 22% dicht beisammen. Zwar gibt es keine offiziellen Zahlen, doch laut Chapero ist es Tatsache, dass Sonova auf Stufe Umsatz «sicher grösser als Siemens» und «knapp grösser als William Demant» ist. Das sei aber noch kein Grund, «Hurra zu schreien». Man arbeite hart weiter.

Einer Rezession in den USA, wo Sonova 30 bis 35% des Umsatzes erwirtschaftet, blickt Chapero gelassen entgegen. «Das Kaufverhalten unserer Kunden korreliert nicht mit der Konjunktur.» Dafür aber zum Beispiel mit dem Wetter: «Das US-Geschäft lief im Dezember schlecht, weite Teile des Landes litten unter heftigem Schneefall», erklärt Chapero. «Die Kunden, im Schnitt 70 Jahre alt, blieben daheim.» Im Januar sei der gesamte US-Markt dafür um 3,5% gewachsen. Im Gegensatz zu den Neukunden dürften die bestehenden Kunden in rezessiven Zeiten den Kauf eines Ersatzgerätes aufschieben. «Aber höchstens ein paar Monate», glaubt Chapero. Bestehende Kunden tragen – weltweit und typisch für die Branche – rund 50% zum Gesamtumsatz von gut 1 Mrd Fr. bei.

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Sehen Sie das Interview mit Valentin Chapero aus der Sendung «Handelszeitung» Börsenstandpunkte (Video):