Zeichnungen Alter Meister und der Moderne, Drucke in limitierter Auflage, Fotografie, antiquarische Bücher und Manuskripte, Aquarelle und japanische Drucke - dies alles vereint die neue Abteilung «Tefaf on Paper». Als sie im Juli 2009 als neue Initiative vorgeschlagen wurde, gab es schnell eine positive Resonanz, die dazu führte, dass die neue Sektion nun mit 19 Ausstellern aus acht Ländern bereits ausgebucht ist. Der neue Sektor ist im Obergeschoss der Messehalle untergebracht und bereichert das Angebot der Messe hinsichtlich Vielfalt. Er ist sicherlich der Hauptgrund für die Rekordzahl von 260 Ausstellern in diesem Jahr. Zugleich wird dies die letzte Ausweitung der Messe sein, da die Ausstellungsfläche nun vollständig genutzt ist.

Sinnliche Fotografien

Unter den führenden Spezialisten auf dem Gebiet der Fotografie befindet sich die Galerie Johannes Faber aus Wien. Sie stellt den sehr sinnlichen Vintage Silver print «Bewegungsstudie» des österreichischen Künstlers Rudolf Koppitz aus dem Jahr 1925 aus. Die Fotografie, die drei bekleidete und eine unbekleidete russische Tänzerin zeigt, kostet 160000 Euro.

Michael Hoppen Gallery aus London zeigt «Men Wrestling, New York», eine Fotografie aus einer Serie, die von Francis Bacon um 1975 in Auftrag gegeben wurde und nach dem er malte.

Altmeister-Zeichnungen sind ein weiteres wichtiges Gebiet des Sektors. Hier präsentiert Arthur Ramon Antiquari aus Barcelona eine Darstellung des Kopfes von Giulio Contarini nach Alessandro Vittoria. Es ist ein Blatt des venezianischen Künstlers Giovanni Battista Tiepolo in roter und weisser Kreide auf blauem Papier, das für 200000 Euro angeboten wird. Day & Faber aus London offeriert eine bedeutende Kreidezeichnung von François Boucher (1703-1770): «Charlotte Sparre, holding a cup of coffee». Der Onkel des Modells, Graf Carl Gustaf Tessin, erwarb sie direkt vom Künstler. Sie wird nun für rund 400000 Euro angeboten.

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Notizbuch von Picasso

E.H. Ariëns Kappers aus Amsterdam bietet eine Serie von 22 Lithografien von Henry de Toulouse-Lautrec und Henri-Gabriel Ibels mit dem Titel «Le Café Concert» an. Die Serie aus dem Jahr 1893 stellt das Leben in damaligen Pariser Tanzlokalen dar.

Eine der faszinierendsten modernen Arbeiten, die gezeigt wird, ist ein 16-seitiges Notizbuch von Pablo Picasso. Es wird von Emanuel von Baeyer aus London angeboten. Picasso kreierte es in den Jahren 1904/05. Es war Teil der Erbmasse des Künstlers und der Marina-Picasso-Sammlung. Der Preis beträgt 72000 Euro.

Ein prachtvoll illustriertes Buch, das zehn originale Lithografien des Malers Oskar Kokoschka enthält, stellt Ursus Books aus New York aus. Die «Träumenden Knaben» wurden 1908 in Wien veröffentlicht. Es ist die Erstausgabe dieses Buches in der originalen Bindung der Wiener Werkstätte und war die erste grafische Arbeit von Kokoschka. Der Preis liegt bei 34000 Euro.

Eines der Highlights der japanischen Kunstwerke ist das sehr seltene und gut erhaltene Original eines Hashiguchi-Goyo-Drucks aus dem Jahr 1920 am Stand der Galerie Tanakaya aus Paris. Die Druckstöcke für die Blätter wurden 1923 während des grossen Erdbebens in der Kanto-Region Japans zerstört. Dabei wurden auch viele Drucke des Künstlers vernichtet. Goyo starb 1921. Heute zählen seine Originalarbeiten zu den teuersten unter den Shin-hanga-Drucken.