Längst nicht nur von «Kavallerie» und «Indianern» war am Montagabend im Geschäftshaus Steinfels der Zürcher Kantonalbank (ZKB) die Rede. Die Teilnehmer der von Martin Spieler, Chefredaktor der «Handelszeitung», moderierten Podiumsdiskussion des SFI suchten nach Wegen, um den Finanzplatz Schweiz aus der Defensive zu führen. «Uns fehlt ein Kapitän», sagte Banquier Bénédict Hentsch von der gleichnamigen Genfer Privatbank vor 400 geladenen Gästen. Das Schweizer System sei nicht auf Krisenbewältigung ausgerichtet. Als Massnahme im Kampf der Finanzplätze sieht er die Ansiedlung von Hedge-Fonds. Ein Anliegen, das in den Masterplan Eingang gefunden hat. Das Ziel des Masterplans, dass die Schweiz auf den 3. Platz der Finanzplätze vorrückt, sollte weiterverfolgt werden, sagte Urs Rohner, Vizepräsident des Verwaltungsrats der Credit Suisse. Dabei müsse die Schweiz eine eigene Strategie formulieren und nicht andere Finanzplätze nachahmen, sagte Finanzprofessor Paolo Vanini, Leiter strukturierte Produkte bei der ZKB. Der Finanzplatz sollte sich auf Werte zurückbesinnen, genannt wurden etwa Stabilität, Zuverlässigkeit, Nachhaltigkeit und Kompetenz. Einig war man sich auch, dass es unter keinen Umständen zu einem automatischen Informationsaustausch kommen darf. Rohner: «Das steckt tief in der DNA, nicht nur bei den Bankern.»

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