ORANGE. Vor einem Jahr hatte Orange angekündigt, zum Telekomvollanbieter auch in der Schweiz aufrücken zu wollen. Jetzt macht der Telekomoperator ernst. Internet, Fernsehen, Festnetztelefonie und das Mobilkommunikationsgeschäft, mit dem das Unternehmen (auch) in der Schweiz gross geworden ist, sollen gebündelt und sowohl Privat- als auch Firmenkunden angeboten werden.

Bei dieser Bündelung von Diensten, die Fachleute auch als «Konvergenz» bezeichnen, geht Orange einen anderen Weg als Konkurrentin Swisscom: In Bereichen, wo keine eigene Infrastruktur vorhanden ist, arbeitet man mit Partnern wie Colt Telecom, Netstream, e-fon, TIC oder AIL zusammen. Hinzu kommen mit den Elektrizitätswerken von Luzern und Zürich Anbieter, die ihre eigenen Glasfasernetze erweitern und auch Privatkunden in ersten Tests – in Zürich mit 55 Haushalten – zugänglich machen. Swisscom beliefert im Gegensatz zu Orange seine Kunden über eigene Festnetz- und Mobilinfrastruktur mit Anschlüssen und Diensten.

Mehrere Anbieter, stabile Qualität

Der Direktanschluss von Haushalten an Glasfasernetze, in der Telekomterminologie als «Fiber to the home» (FTTH) bezeichnet, bildet technologisch eine Alternative zum Vorgehen der Swisscom, wo man die Telekomkupferkabel mit der leistungsfähigsten und jüngsten Breitbandvariante VDSL auf ein Datenübermittlungsniveau gebracht hat. Zwar experimentiert die Swisscom auch mit FTTH, aber VDSL erreicht jetzt erst die geplante Ausbaustufe, und die mittleren dreistelligen Millionenbeträge sind noch nicht abgeschrieben. Mit der Bündelung von Diensten steht Orange vor der Herausforderung, überall die gleiche Dienstqualität anzubieten – auch da, wo das Unternehmen das nicht kontrollieren kann, weil sich Partnerfirmen darum kümmern. Andreas Wetter, Orange-Chef in der Schweiz, verweist gegenüber der «Handelszeitung» darauf, dass man seit 2001 für KMU-Angebote eine Partnerstrategie hat und so Erfahrung hat, wie man Qualität sicherstellt. Bei Problemen sei Orange der einzige Ansprechpartner. Kunden bekommen mehr für ihr Geld – denn Konvergenzangebote führen laut den Marktforschern von Ovum zu tieferen Tarifen.Orange bietet Firmen bereits interne Gratisgespräche an. Und für Auslandsreisende stehen die 30000 konzerneigenen Hot Spots sowie die im schweizerischen Abonnement inbegriffenen WLAN-Guthaben zur Verfügung.

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Auslagern als Konsequenz

Unter dem Strich soll das Orange-Modell rentabler sein, als wenn alles selber aufgebaut würde. Die Sache hat aber auch ihre Schattenseite. Orange steigert laufend seine Effizienz. Wetter: «Deshalb lagern wir auch verschiedene Teile der IT- und Netzbereiche aus, die für uns nicht von strategischer Bedeutung sind.»

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