Das Thema «Neue Werte in der Führung» lockte viele Interessierte in den Convention Point der SWX Swiss Exchange in Zürich. Unter Leitung von Martin Spieler, Chefredaktor der «Handelszeitung», diskutierte - nach den Worten von Urs Meier, Geschäftsleiter der SKO - eine «Starbesetzung».

Helena Trachsel, Head Diversity Management bei Swiss Re, hofft, dass in Zukunft Werte wie Nachhaltigkeit, Respekt und Bescheidenheit verstärkt gelebt werden. Sie zeigt sich optimistisch, dass sich mit den heutigen jungen Menschen eine solche Zukunft schaffen lasse.

André Lüthi, CEO Globetrotter Travel Service, ist der Meinung, dass man die Menschen - also auch die aktuellen Führungskräfte - nicht ändern kann. Doch es komme eine neue Generation und mit ihr entstünden auch andere Werte. Er ist überzeugt, dass aus der Krise viel gelernt wurde und sich in der Zukunft etwas ändern werde. Er hofft, dass diese mehr von Menschen geprägt sein wird.

Nicht so optimistisch zeigt sich Pascal Lütolf, CFO und Mitglied der Konzernleitung der Trisa-Gruppe. Einen Wertewandel werde es in den nächsten paar Jahren geben, man werde sich an die Krise erinnern und versuchen, es besser zu machen. Aber in 20 oder 30 Jahren werde man wieder dieselben Fehler begehen. Lütolf fordert mehr Bescheidenheit, aber er glaubt nicht an eine grundsätzliche Veränderung.

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Pessimistisch gibt sich auch Martin Scholl, CEO der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Er geht davon aus, dass sich in Zukunft nicht viel ändern wird. Szenarien wie heute würden sich immer wiederholen, dies zeige die Geschichte. Die Komponente der Langfristigkeit werde wohl Einzug halten, aber ansonsten werde sich nichts grundlegend ändern.

Einig waren sich die Podiumsgäste beim Thema Anreizsysteme. Diese seien nicht an sich schlecht. Die Frage sei, wie damit umgegangen werde. Anreizsysteme dürften nicht dazu führen, dass persönliche Interessen über jene des Unternehmens gestellt würden, lautete der einhellige Tenor.