Es mehren sich die Anzeichen dafür, dass der Einkaufstourismus nach Deutschland eine Obergrenze gefunden hat. So sanken im ersten Halbjahr 2016 erstmals seit Jahren die Ausgaben, die Schweizer mit Ihren Maestro-Karten in Kreuzlingen ausgaben. Auch die Verzollungen bei der Einfuhr in die Schweiz lagen im 1. Quartal 2016 deutlich unter den Vorjahreswerten, wie die Handelszeitung berichtete.

Nun zeigen aktuellste Zahlen des Schweizer Zolls, dass sich dieser Trend bis Ende September nicht nur bestätigt, sondern vielerorts sogar verstärkt hat. Betrug der Rückgang der Verzollungen im ersten Quartal noch 3,4 Prozent, so wuchs das Minus bis Ende September auf 5,2% an. Schweizer haben im Sommer demnach deutlich weniger Waren zollpflichtig aus dem Ausland importiert. Die Zahlen beziehen sich auf die Mehrwertsteuer-Einnahmen aus den Verzollungen an der Grenze zur Schweiz.

Basel kippt ins Minus

In der Region Basel, zu der auch die Zollämter im Aargau gehören, kehrte das Bild gar neu ins Minus. Im ersten  Quartal wurden dort noch 3,9 Prozent mehr Einkäufe verzollt als im Vorjahr. Nach neun Monaten jedoch lag der Wert bei -1,0 Prozent.

Der Rückgang dürfte auf effektiv tiefere Einfuhren zurück zu führen sein. David Marquis, Sprecher der Eidgenössischen Zollverwaltung, sagt, es habe während der Vergleichsperiode weder Anpassungen bei den Zöllen, noch bei der Mehrwertsteuer gegeben.

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Nur noch über die Alpen wird mehr eingeführt

Der einzige Zollkreis, in dem die Steuereinnahmen aus dem so genannten «kleinen Warenverkehr» weiterhin zugenommen haben, ist das Gebiet zwischen Wallis und Genfersee. Doch auch dort schrumpfte das Plus von 2,2 Prozent im ersten Quartal auf 1,5 Prozent nach neun Monaten.

Der Konstanzer Handelsexperte Bertram Paganini bestätigt den Trend aus Sicht der Deutschen Detailhändler. «Tatsächlich berichten mir aktuell Händler von Lörrach bis Konstanz, dass die Schweizer Umsätze zurückgehen», sagt er im HZ-Interview. «Harte Zahlenreihen liegen zwar noch nicht vor, aber es wird mir von Umsatz-Rückgängen im Rahmen von 10 bis 15 Prozent berichtet.»

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