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Neuenburger setzen fürs E-Voting auf die Post

E-Voting: Bald sollen mehr Schweizer im Internet wählen und abstimmen. Keystone

Die Post hat einen ersten möglichen Kunden für das E-Voting: Der Kanton Neuenburg spannt mit dem gelben Riesen zusammen. Die Westschweizer haben bereits Erfahrung mit der Abstimmung per Mausklick.

Veröffentlicht am 01.09.2015

Die Schweizerische Post hat den Kanton Neuenburg als ersten Partner für ihre Plattform zur elektronischen Stimmabgabe gewonnen. Die Post will ihre eigene Plattform der zweiten Generation auf der gleichen Basis des bisherigen Systems des Kantons Neuenburg weiter entwickeln.

Sowohl die Post wie auch der Kanton Neuenburg arbeiteten bereits bisher an einem E-Voting System und kooperieren dabei seit Beginn mit dem gleichen Partner, der spanischen Firma Scytl. Neuenburg führte seit der Einführung 2005 bereits 39 erfolgreiche Tests durch.

Post im Gespräch mit weiteren Kantonen

Das System der Post wurde noch in keinem Kanton eingesetzt. Die Post will nun ein System entwickeln, welches dereinst von 100 Prozent der Stimmberechtigten benutzt werden kann. Bisher hat der Bund den Anteil elektronischer Stimmabgaben aus Sicherheitsgründen auf 30 Prozent begrenzt.

Die Post kündigte zudem an, ihre Infrastruktur künftig interessierten Kantonen anzubieten. Derzeit führe man mit «mehreren Kantonen Gespräche», wie Post-Mediensprecherin Nathalie Dérobert Fellay am Dienstag der Nachrichtenagentur sda sagte.

Neues Geschäftsfeld für die Post

Das Angebot soll ein neues Geschäftsfeld für die Post eröffnen. Die Post ist bereits heute im Geschäft mit den Urnengängen tätig und transportiert deswegen jährlich 19 Millionen Abstimmungs- und Wahlsendungen aus Papier.

Das E-Voting in der Schweiz erlitt erst Anfang August einen Rückschlag. Der Bundesrat erteilte nur den Kantonen Genf, Bern, Basel-Stadt, Luzern und Neuenburg die Bewilligung für die Wahlen vom 18. Oktober.

Genf mit eigenem System

Die Kantone Bern, Basel-Stadt und Luzern nutzen ein vom Kanton Genf entwickeltes System. Den im «Consortium Vote électronique» vereinten Kantonen Zürich, Glarus, Freiburg, Solothurn, Schaffhausen, St. Gallen, Graubünden, Aargau und Thurgau wurde die Bewilligung hingegen aus Sicherheitsbedenken verweigert.

Bei einer externen Prüfung wurde eine Lücke beim Schutz des Stimmgeheimnisses gefunden. Diese kann nicht mehr vor den Wahlen behoben werden.

Post startet nächstes Jahr

Mit der Post kommt nun im kommenden Jahr ein neuer Anbieter von E-Voting hinzu. «Wir streben die Zertifizierung in den nächsten Monaten an», hielt Post-Mediensprecherin Nathalie Dérobert Fellay fest. Erste Tests der E-Voting Plattform der Post sollen bereits nächstes Jahr in verschiedenen Kantonen vorgenommen werden.

(sda/mbü/ise)

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