Die zwei grössten US-Chemiekonzerne Dow Chemical und DuPont schmieden einen neuen Branchengiganten. Angestrebt sei eine Fusion unter Gleichen, wie die beiden Firmen mitteilten. Der neue Konzern werde den Namen DowDuPont tragen und komme auf einen Börsenwert von rund 130 Milliarden Dollar.

Damit stossen sie den bislang weltgrössten Chemiekonzern BASF vom Thron, der aktuell einen Börsenwert von gut 65 Milliarden Euro hat. Dies dürfte aber nicht von langer Dauer sein, da sich der neue Konzern wieder in drei verschiedene börsennotierte Unternehmen aufspalten will. Diese werden sich auf die Bereiche Agrarchemie, Kunststoffe und Spezialchemikalien konzentrieren.

Reaktion auf heftigen Druck

Der Zusammenschluss beider Riesen folgt auf zwei Jahre anhaltenden Drucks von Investoren. Sie hatten die Ansicht geäussert, beide Konzerne würden für ihre Aktionäre Mehrwert schaffen, falls sie sich aufspalten.

Die Aktionäre erhalten eine DowDuPont-Aktie für je eine Dow-Aktie und 1,282 DowDuPont-Aktien je eine DuPont-Aktie.

In einer gemeinsamen Mitteilung am Freitag kündigten die Konzerne die Fusion auf Aktienbasis an. Im neuen Unternehmen wird Dow CEO Andrew Liveris Executive Chairman und DuPont CEO Ed Breen CEO.

«Die Transaktion ist für die Branche richtungsweisend. Sie spiegelt wider, was wir über zehn Jahre als Vision vorangetrieben haben. Zwei mächtige Akteure, führend bei Innovationen und im Bereich Werkstoffen, finden zusammen», sagte Liveris in der Mitteilung.

Keine Kartellprobleme erwartet

Trotz der Grösse und Komplexität gehen Analysten, die beide Unternehmen verfolgen, davon aus, dass Kartellbehörden die Transaktion genehmigen, unter der Voraussetzung von Verkäufen in mässigem Umfang. Die Überschneidungen seien nicht weitreichend, wobei der Schwerpunkt bei Saatgut- und Agrarchemikalien liegen dürfte, sagte Jason Miner, Analyst bei Bloomberg Intelligence. Und selbst in diesen Märkten stünden Dow und DuPont im Wettbewerb mit grossen Konkurrenten, darunter Syngenta AG, Monsanto Co. und Bayer AG, ergänzte der Analyst.

(reuters/bloomberg/chb)