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Neuer Ärger für Pleitefirma Takata in Australien

Shigehisa Takada: Der CEO musste im Juni die Pleite vermelden. Keystone

Über 100 Millionen Takata-Airbags wurden bereits zurückgerufen. In Australien könnten nun weitere dazukommen. Aufseher hegen einen schweren Verdacht.

Veröffentlicht am 24.07.2017

Die australische Konsumentenschutzkommission prüft nach einem tödlichen Autounfall die Rückrufaktion von Takata-Airbags. Am Wochenende hatte die Polizei mitgeteilt, dass der kürzliche Tod eines Mannes bei einem Unfall in Sydney womöglich in Zusammenhang mit fehlerhaften Airbags von Takata steht. Es wäre der 18. Todesfall.

Die Aufseher teilten am Montag mit, sie wollten von den Autobauern und der für Fahrzeugsicherheit zuständigen Regierungsbehörde wissen, wie die Kunden über den Rückruf informiert worden seien. «Wir hätten sehr ernsthafte Bedenken, wenn sich herausstellen sollte, dass die Hersteller Verbraucher bei der Sicherheit ihrer Autos täuschten und gegen ihre Verpflichtungen nach dem Verbraucherrecht verstiessen.»

Explosionsgefahr bei feucht-heissem Wetter

Mehr als 100 Millionen Airbags wurden zurückgerufen, davon allein in den USA 70 Millionen. In Australien sind nach Angaben der Verbraucherschützer seit 2009 mehr als 2,3 Millionen Fahrzeuge von dem Rückruf betroffen. Die Gasgeneratoren in den Luftkissen können in Regionen mit feucht-heissem Klima nach längerer Zeit bei einem Aufprall explodieren.

Der Verursacher des weltweit grössten Massenrückrufs in der Autoindustrie war vor kurzem mit Hilfe von Autobauern in eine kontrollierte Pleite gegangen. Der Zulieferer beantragte in Japan und den USA wegen der durch defekte Airbags entstandenen Milliardenkosten Gläubigerschutz.

Der US-Autoteileproduzent Key Safety Systems kauft für umgerechnet rund 1,4 Milliarden Euro das von der Familie Takada kontrollierte Unternehmen.

(sda/jfr/ise)

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