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Kioske
Neuer Ärger um Valoras Agenturverträge

Valora: Kioskverkäuferinnen unter Druck. (Bild: Keystone)

Gross wirbt Valora für ihre Kioske - gesucht sind Personen, die die Läden selbständig führen. Die Gewerkschaft vermutet, das Selbstständigkeits-Modell sei ein Schwindel.

Von Benita Vogel
am 26.06.2013

In einer gross angelegten Werbekampagne sucht Valora derzeit nach Kioskfrauen, die sich selbständig machen wollen. Der Detailhändler will damit sein Agenturmodell ausbauen. Heute werden 150 der 900 Schweizer Kioske selbständig geführt. In Video-Testimonials schwärmen Agenturleiterinnen und -leiter von der tollen Aufgabe.

Scheinselbständigkeit vermutet

Im Hintergrund geht allerdings der Knatsch um das Agenturmodell in eine neue Runde. Die Gewerkschaft Syna hat im Mai ein Schiedsverfahren eingeleitet. «Das Schiedsgericht muss entscheiden, ob die Agenturverträge die Kriterien der Selbständigkeit wirklich erfüllen», sagt Synas Detailhandels-Verantwortliche Carlo Mathieu. Die Gewerkschaft habe ein neues Gutachten, welches zeige, dass Agenturleiter scheinselbständig seien und Valora mit den Verträgen den Gesamtarveitsvertrag aushebeln wolle. Dieser gilt nämlich nur für angestellte Kioskfrauen.

Entscheid in nächsten Monaten

Valora will das Schiedsverfahren nicht kommentieren. «Das Gutachten wurde uns bis heute von der Gewerkschaft nicht offen gelegt», erklärt Sprecherin Stefania Misteli. Die Syna wiederum sagt, Valora habe ein Fazit erhalten, das ganze Gutachten stehe dem Gericht zur Verfügung. Das ganze Gutachten will die Gewerkschaft dem Konzern nicht aushändigen, weil sie befürchtet, dass die Verträge heimlich angepasst würden. Das Schiedsgericht soll in den nächsten Monaten entscheiden.

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