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Fintech
Neuer Apple-Pay-Partner startet in der Schweiz

Apple Pay: Noch boykottieren es die meisten Kartenherausgeber. Keystone

Die deutsche Wirecard kommt in die Schweiz. Ihr Modell für Apple Pay könnte die Schweizer Kartenfirmen unter Druck setzen.

Von Michael Heim
am 06.07.2016

Bisher hat Apple in der Schweiz nur zwei Partner für sein Kreditkartenangebot Apple Pay: Cornercard und Swiss Bankers. Nun könnte ein mächtiger Dritter hinzukommen. Das deutsche Unternehmen Wirecard steht vor dem Eintritt in den hiesigen Markt. Sein im Ausland bekanntes Geschäftsmodell könnte für Bewegung in der Schweiz sorgen, denn es macht die Abwehrstrategie der Schweizer Kartenherausgeber wirkungslos.

Über Twitter hat Wirecard den Eintritt bereits angekündigt. «We’re thrilled to bring Wirecard solutions to support ApplePay in Switzerland» twitterte die Firma beim Schweizer Start von Apple Pay im Juni. Mehr war dazu jedoch nicht zu erfahren. Nun soll ein konkretes Angebot lanciert werden, wie die «Handelszeitung» aus zuverlässiger Quelle erfahren hat.

Mit Boon zu Apple Pay

Erwartet wird, dass Wirecard in der Schweiz über ihre Payment-App «Boon» aktiv wird. Diese hat sie bereits in zahlreichen europäischen Ländern lanciert. Boon ist eine Bezahl-App ähnlich wie Twint, hinter die eine bestehende Kreditkarte angehängt werden kann. Und hier kommt Apple Pay ins Spiel.

In Grossbritannien dient Boon als Schnittstelle zu all jenen Kreditkarten, deren Herausgeberbanken nicht mit Apple kooperieren wollen. Mit wenigen Handgriffen lässt sich Boon dort als virtuelle Kreditkarte zu Apple Pay hinzufügen. Und damit indirekt alle Kreditkarten, die in der Boon-App als Zahlungsmittel registriert sind.

Angriff auf Twint

Damit wird jedes beliebige Kreditkartenkonto Apple-kompatibel. Die Boykott-Strategie der Kartenherausgeber UBS, Credit Suisse und Viseca würde würde nicht mehr aufgehen. Die grossen Schweizer Kreditkartenherausgeber haben sich bisher gegen eine Kooperation mit Apple gestellt, weil sie die Schweizer Payment-App Twint nicht konkurrenzieren wollten. Indirekt wäre ein Markteintritt von Boon daher auch ein Angriff auf Twint.

Wie genau das Schweizer Angebot von Wirecard aussehen wird, ist derzeit noch unbekannt. Eine Sprecherin der Firma wollte sich gegenüber der «Handelszeitung» nicht dazu äussern.

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