Der seit April neue CEO des Genfer Warenprüfkonzerns SGS, Frankie Ng, will die Effizienz des Unternehmens steigern, Kosten senken und neue Märkte erschliessen. Ein detaillierter Plan für die Reorganisation und Neuausrichtung von SGS soll bis im Oktober ausgearbeitet werden, wie Ng im Gespräch mit der NZZ erklärte. Dabei will man neue Märkte erschliessen und auch an der Strategie der Übernahme kleiner Unternehmen zur Ergänzung bestehender Geschäfte festhalten.

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In einer ersten Phase der Reorganisation müsse die Zahl der Sparten reduziert und Aktivitäten zusammengeführt werden, so Ng weiter. Damit sollen Synergien geschaffen und Kosten gesenkt werden. Derzeit seien beispielsweise die im Automobilsektor erbrachten Dienstleistungen auf drei Sparten verteilt. Um die Kosten im administrativen Bereich zu senken, soll dieser in regionalen Zentren neu organisiert werden. Wie hoch die Einsparungen ausfallen, führte der Nachfolger des langjährigen CEO Chris Kirk jedoch nicht näher aus.

Umbau der Mineralölsparte

Eine Reorganisation sei auch in den Sparten Minerals sowie Oil, Gas and Chemicals Services angebracht, wo die Umsätze und die Margen wegen Konjunkturschwäche und des tiefen Erdölpreises in den vergangenen Jahren zu wünschen übrig liessen, so der Bericht weiter. Der Umsatz soll in den beiden für das Unternehmen wichtigen Sparten auf dem gegenwärtigen Niveau gehalten werden, allerdings will SGS die Aktivitäten in Australien und Nordamerika den neuen Gegebenheiten anpassen und im Gegenzug die Geschäfte etwa Asien oder Afrika ausbauen.

Parallel zur Reorganisation will Frankie Ng neue Märkte erschliessen. So plane SGS beispielsweise den Einsatz von Drohnen für die Ausführung gewisser Inspektionsaufgaben, etwa bei der Kontrolle von Bohrplattformen. Weitere Angaben zu neuen Tätigkeitsfeldern wollte Ng allerdings noch nicht machen und verwies auf die Strategiepräsentation im Herbst.

Ziele zu hoch

Wie die NZZ weiter schreibt, könne SGS mit der Reorganisation die Strukturen den neuen Realitäten anpassen und die Ziele neu definieren. Das rasche Wachstum hatte das Unternehmen in den vergangenen Jahren dazu verführt, die Ziele zu hoch zu stecken, so die Zeitung. Sowieso dürfte es mit dem tiefen Erdölpreis für den weltgrössten Warenprüfkonzern schwierig werden, das zu Anfang Jahr auf 4 Prozent bis 6 Prozent nach unten revidierte angestrebte Umsatzwachstum im ersten Halbjahr zu erreichen und die Ebit-Marge zu verbessern, glaubt die NZZ.

(awp/ise/ama)