Es ist die grösste Fusion der Chipbranche seit Jahren und sie macht den Hersteller Texas Instruments noch mächtiger: Für 6,5 Milliarden Dollar will der Konzern den Rivalen National Semiconductor schlucken. Die Verwaltungsräte beider Unternehmen hätten der Übernahme bereits zugestimmt, teilte Texas Instruments mit. Jetzt fehlt noch das Okay der Wettbewerbshüter und der Aktionäre.

Die Kartellbehörden dürften sich das Geschäft ganz genau ansehen, denn hier verschmelzen zwei Elektronikriesen: Texas Instruments ist führend bei analogen und integrierten Prozessoren für einfache Rechenaufgaben. Die Chips kommen von der Waschmaschine über Handys, Computer und Fernseher bis hin zu Industrieanlagen zum Einsatz.

Analoge Chips für Haushaltsgeräte

"Bei dieser Übernahme geht es um Stärke und Wachstum", sagte TI-Chef Rich Templeton. Kein anderer Wettbewerber habe ein derart breites Angebot an analogen Halbleitern. Texas Instruments beherrscht nach eigenen Angaben 14 Prozent des Markts, National Semiconductor kommt demnach auf 3 Prozent. "Unsere zwei Unternehmen ergänzen sich sehr gut", erklärte National-Semiconductor-Chef Don Macleod.

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Die Aktien von National Semiconductor schossen nachbörslich um mehr als 70 Prozent in die Höhe, die TI-Papiere gaben um 1,8 Prozent nach. Die Aktien von Konkurrenten profitierten nachbörslich von den Fusionsnachrichten. AMD-Anteilsscheine legten 4,1 Prozent zu, und Nvidia-Aktien gewannen drei Prozent.

(rcv/laf/sda/awp)