In der Pharmabranche bahnt sich einem Zeitungsbericht zufolge die nächste Milliarden-Übernahme an. Das britisch-schwedische Branchenschwergewicht AstraZeneca befinde sich in fortgeschrittenen Fusionsgesprächen mit dem kleineren Rivalen Acerta Pharma BV aus den Niederlanden, berichtete das «Wall Street Journal» am Freitag unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen.

AstraZeneca will demnach mehr als fünf Milliarden Dollar für das Privatunternehmen auf den Tisch legen. Acerta ist auf die Entwicklung von Krebsmedikamenten spezialisiert. AstraZeneca versucht unter anderem durch Zukäufe sein Angebot zu erweitern, da das eigene Geschäft mit einigen der wichtigsten Medikamente wegen günstigerer Nachahmerprodukte unter Druck geraten ist.

Entwicklungskosten treiben Fusionswelle

Die Generika-Konkurrenz und hohe Forschungs- und Entwicklungskosten treiben die Fusionswelle in der Gesundheitsbranche an. In diesem Jahr wurden bislang Zusammenschlüsse und Übernahmen im Volumen von mehr als 600 Milliarden Dollar auf den Weg gebracht. Allein 160 Milliarden Dollar lässt sich etwa der Viagra-Hersteller Pfizer den Kauf des Botox-Produzenten Allergan kosten.

AstraZeneca lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab. Bei Acerta war zunächst niemand zu erreichen.

(reuters/ise)