Aus der US-Notenbank (Fed) kommen neue Vorschläge zu Bonuszahlungen für Banker: Künftig sollen demnach nicht nur Bankmanager belohnt werden, die ihren Arbeitgebern Einnahmensteigerungen bringen, sondern auch solche, die Verluste vermeiden helfen.

Diese Idee äusserte Fed-Gouverneur Daniel Tarullo auf einer Finanz-Veranstaltung in New York. «Seit der Finanzkrise», sagte Tarullo, «richten Unternehmen und Regulierungsbehörden ihre Aufmerksamkeit auf die Vergütung- und Anreizpraxis für leitende Angestellte.» Vor der Krise habe man kaum darauf geachtet, welche Fehlanreize gesetzt wurden.

Transparente Vergaberegeln wichtig

Seither habe sich viel getan, meint Tarullo. Es bleibe aber auch noch einiges zu tun. Er nimmt insbesondere Firmen in die Pflicht und sagt: «Es ist offensichtlich, dass die Unternehmen mehr machen könnten als die Regulierungsbehörden fordern. Firmen könnten beispielsweise nicht nur jene Mitarbeitende mit Beförderungen und Boni belohnen, die Mehrumsatz generieren, sondern auch jene, die Verluste vermeiden.»

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Damit diese Praxis aber effektiv sei, müssen die Regeln, wonach vergütet werde, klar sein. Das - hingegen - dürfte schwer sein, meinte der Fed-Gouverneuer, der bereits für die Clinton-Administration gearbeitet hat und als Professor an der renommierten Harvard Law School unterrichtete.

Seit der Finanzkrise umstritten

Er plädierte laut Redetext ferner für Sonderzahlungen für Spitzenkräfte, die auf Geschäftsrisiken hinweisen, die ihren Geldhäusern zu einem späteren Zeitpunkt schaden könnten. Tarullo ist bei der Fed für die Bereiche Bankenaufsicht und Regulierung zuständig.

Die Diskussion um das richtige Bonussystem schwelt seit Langem. Zuletzt sorgte die Deutsche Bank für Schlagzeilen, weil einige Händler das Institut aufgrund des neuen Vergütungssystems verliessen.  Mitarbeiter, die zwar hohe Umsätze bringen, aber für Unruhe sorgen oder nicht teamfähig sind, erhalten bei den Deutschen keine Prämien oder Beförderungen mehr. Deswegen kündigten einige, weitere dürften dem Beispiel folgen.

(reuters/ise)