DKSH.

Der Zeitpunkt für grössere Expansionsschritte sei gekommen, sagt Jörg Wolle, CEO und Delegierter des Verwaltungsrats von DKSH (siehe auch «Nachgefragt» unten). Und um das zusätzliche Wachstum zu finanzieren, habe DKSH «innovativere Lösungen» als einen Börsengang gefunden. Im Aktionariat kommt es zu einem Wechsel mit zwei prominenten Zuzügen und einer Kapitalerhöhung. Auf der einen Seite übernimmt die französische FFP-Gruppe, die Holding-Gesellschaft der Peugeot-Familie, ein Aktienpaket von über 10%. Aushängeschild der FFP-Gruppe ist der Grossindustrielle Robert Peugeot, der Einsitz in den DKSH-Verwaltungsrat nehmen soll.

Müller-Möhl reduziert Anteile

Auf der anderen Seite konnte der Konzern den erfolgreichen Schweizer Finanzinvestor Rainer-Marc Frey gewinnen, der sich im gleichen Umfang an DKSH beteiligt wie die FFP-Gruppe. Beide neuen Aktionäre übernehmen Anteile von Carolina Müller-Möhls Hyos-Gruppe und von Christophe R. Gautier, die von ihren Funktionen zurücktreten. Der DKSH-Verwaltungsrat befindet am 28. Februar 2008 über die Kapitalerhöhung und die neuen Verwaltungsräte.

Was verbirgt sich hinter der Formulierung «weitere, grössere Expansionsschritte»? Für Wolle ist klar: «Wir bauen unser Netzwerk kontinuierlich aus, indem wir ständig auf der Suche sind nach innovativen Produkten, Dienstleistungen und Technologien.» So ist DKSH zum Beispiel in Malaysia der erste Anbieter von kompletten Lösungen zur Produktion von Biodiesel. Oder in Australien vertreibt der Konzern umfassende Recycling-Anlagen – in den Augen Wolles ein vielversprechendes Geschäft angesichts der zunehmenden Ressourcenknappheit. «Der Eintritt der beiden World-class-Investoren in unser Unternehmen ist eine zusätzliche Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind.»

Anzeige

Hat DKSH nun den ersten Schritt für eine weitere Öffnung des Aktionariats getan? Geplant sei eine Öffnung nicht, so Wolle, aber durchaus möglich. Ebenso wenig sei ein Gang an die Börse vorgesehen. «Wie die eben vollzogene Transaktion beweist, ist unser Unternehmen heute schon kapitalmarktfähig aufgestellt», er- läutert Wolle. Das Wachstum werde selbst finanziert. Das gilt auch für die geplante Akquisition des Asiengeschäfts von Desco, die DKSH vor gut zwei Wochen bekanntgab.

DKSH wächst zweistellig

Hinter den vier Buchstaben DKSH verbirgt sich eine Erfolgsgeschichte. 2002 schlossen sich die Handelshäuser Diethelm Keller Services Asia und SiberHegner zusammen. Die neue Firma ist mittlerweile Marktführerin im Bereich Market Expansion Services mit Fokus auf Asien und steigert den Umsatz jährlich im zweistelligen Bereich. Zurzeit vertritt DKSH über 2000 Hersteller in Asien und bedient 600000 Kunden. Dieses Netzwerk ist in den letzten Jahren über elf kleinere Akquisitionen vergrössert worden.

Der CEO und Delegierte des Verwaltungsrats von DKSH zu den neuen Aktionären Rainer-Marc Frey und Robert Peugeot und den Wachstumszielen des Konzerns.

Was versprechen Sie sich von den beiden neuen Aktionären?

Jörg Wolle: Jetzt sind wir an dem Punkt angelangt, wo wir grössere Expanisionsschritte vornehmen können. Die Transaktion bringt uns zusätzliches Kapital und zwei neue Aktionäre, die heute und in Zukunft unsere Expansionsstrategie mit finanziellen Mitteln und durch ihr Netzwerk unterstützen.

Was erhoffen Sie sich von Rainer-Marc Freys Finanzkompetenz?

Wolle: Mit Rainer-Marc Frey wird der Verwaltungsrat bereichert durch eine Persönlichkeit, die nicht nur ein anerkannter Experte im Bereich alternativer Investitionen ist, sondern auch ein ausgewiesener Kenner der asiatischen Finanzmärkte. Er wird durch seine eigene, jahrzehntelange Erfahrung in Asien bei den Entscheidungen zur strategischen Weiterentwicklung unseres Unternehmens fundiertes Know-how aus der Praxis einbringen können.

Soll sich mit Robert Peugeot, dem zweiten neuen Aktionär, ein neues Geschäftsfeld öffnen?

Wolle: Ich habe Robert Peugeot als einen weltgewandten Grossindustriellen kennengelernt. Sowohl seine Investitionstätigkeit wie auch seine Erfahrungen gehen weit über die Automobilindustrie hinaus. Von seinen Erfahrungen und seinem Beziehungsnetzwerk erhoffen wir uns einen höheren Bekanntheitsgrad und einen besseren Zugang in den frankophonen Gebieten, sowohl als Sourcing- wie auch Absatzmärkte.

Verändern sich mit den neuen Aktionären die Wachstumsziele?

Wolle: Nein, unsere Ziele bleiben nach wie vor sehr ehrgeizig, wobei qualitatives Wachstum im Vordergrund steht.

2006 erzielte DKSH einen Umsatz von 8,1 Mrd Fr. Wo soll er 2008 und 2010 liegen?

Wolle: Wir rechnen auch für 2007 mit einem zweistelligen Umsatzwachstum, dies bereits zum sechsten Mal in Folge. Unser Ziel ist es, weiterhin in diesem Tempo zu wachsen.