Das jüngste Vogelgrippe-Virus zeigt sich gegen das Medikament Tamiflu resistent. Wissenschaftler sprachen von einem besorgniserregenden Vorgang, der sorgfältig untersucht werden müsse, um künftige Pläne zur Bekämpfung einer Pandemie zu modifizieren.

Klinisch nachgewiesen

Der Grippetod von 36 Menschen in China habe die Resistenz des Virus gegen das von Roche entwickelte Medikament erwiesen, schrieben die Forscher am Dienstag in der Online-Ausgabe der Fachpublikation «Lancet». Frühere Fälle hätten zwar bereits Zweifel an Tamiflu geweckt, doch nun sei die Resistenz des Virus gegen das Medikament erstmals in drei von 14 untersuchten Fällen klinisch nachgewiesen worden.

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Roche: Nehmen Fall sehr ernst

Eine Sprecherin von Roche sagte, der Basler Pharmakonzern nehme die Berichte sehr ernst und arbeite mit den Gesundheitsbehörden zusammen. Allerdings gebe es weltweit nur sehr wenige Fälle, in denen Resistenzen gegen das Virus nachgewiesen worden seien.

Tamiflu wird als Pille dargereicht. Das vom britischen Konkurrenten GlaxoSmithKline entwickelte Relenza wird inhaliert, hat aber die gleiche Wirkungsweise.

In China sind seit Februar 131 Menschen an der Vogelgrippe erkrankt. Seit Anfang Mai sind laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) aber keine neuen Fälle hinzugekommen. Die Epidemie hat nach Schätzungen der Vereinten Nationen volkswirtschaftliche Schäden von etwa 6,5 Mrd. Dollar verursacht.

(chb/sda)