Vas Narasimhan, der neue Konzernchef von Novartis, lässt nichts anbrennen. Nur fünf Wochen nach der Stabsübergabe von Joe Jimenez stellt er seine Fürhungsmannschaft neu auf.

Das ist der Vorteil, wenn der neue Chef aus den eigenen Reihen kommt: Er kann gleich loslegen.

Und wie! Bertrand Bodson, Amazon und Sainsbury's-erprobter Chief Digital Officer, kommt in die Konzernleitung, womit das Thema Digitalisierung als Querschnittfunktion auf höchster Ebene organisatorisch verankert ist.

Bewegung bei einer alten Schwachstelle

Bewegung gibt es auch bei der Compliance – einer alten Schwachstelle von Novartis, für die der Konzern in der Vergangenheit in Rechtsfällen teuer bezahlt hat. Die bisherige Compliance-Chefin Shannon Klinger wird ebenfalls in die Konzernleitung befördert. Zudem wird Ihre Funktion um das Thema Risiko erweitert.

Das zeigt: Die neue Konzernspitze mit Verwaltungspräsident Jörg Reinhardt und Ziehsohn Narasimhan macht mit dem Anspruch nach mehr Ethik ernst. Ob Novartis deswegen bei seiner hoch dotierten Rechtsabteilung zu Gunsten anderer Funktionen abrüsten wird? Man wird sehen. Klar ist: Mit grenzwertigen Geschäftsmethoden soll Schluss sein.

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Doch das heisst nicht, dass der neue Konzernchef ein Softie wäre. Das beweist die Ernennung von Liz Barrett zur Onkologiechefin. Sie kommt von Pfizer, einem Pharmaunternehmen, das für seine beinharten Geschäftsmethoden bekannt ist.