Der Basler Pharmakonzern bedauert den indischen Gerichtsentscheid, mit dem Novartis endgültig der Patentschutz auf dem Krebsmedikament Glivec in Indien verweigert wird. Beim Hauptwirkstoff handle es sich nur um eine neue Version eines bestehenden Wirkstoffs - also um einen sogenannten Evergreen - machte das Patentamt geltend. Dies sei entmutigend für künftige Innovationen in Indien, so Novartis.

Indien verweigere das Patent auf Glivec trotz der weltweiten Anerkennung des Medikaments. In fast 40 Staaten seien Patente auf Glivec gewährt worden, hiess es  in einer Medienmitteilung von Novartis. Patente seien die Grundlage für innovative Medikamentenforschung und -entwicklung.

Bei der Frage der Erschwinglichkeit des Krebsmittels verwies der Pharmakonzern auf sein Hilfsprogramm, mit welchem 95 Prozent der Patienten in Indien Glivec weiterhin gratis beziehen würden.

Davon profitierten nach Angaben von Novartis mehr als 16'000 Patienten. Der Konzern habe seit 2002 über 1,7 Milliarden Dollar in das Hilfsprogramm investiert. Die übrigen fünf Prozent der indischen Glivec-Patienten hätten anderweitige Unterstützung oder seien versichert.

NGO erfreut

Auf der Gegenseite reagierten die Nichtregierungsorganisationen (NGO) Erklärung von Bern (EvB) und Ärzte ohne Grenzen (MSF) erfreut auf das Gerichtsurteil. Dies sei ein bedeutender Sieg für die Kranken in armen Ländern, hiess es bei EvB. Indiens Justiz gebe der Gesundheit der Bevölkerung der Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen.

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MSF sprach von bestmöglichen Ausgang für Patienten in Entwicklungsländern. Das Gerichtsurteil verhindere, dass mit ungerechtfertigen Patenten auf existierenden Medikamenten die Generika-Konkurrenz ausgeschaltet werde. Nun sei die Rechtslage in Indien klar und müsse konsequent befolgt werden, hiess es bei MSF.

(tke/sda)