Einer der Slogans von PostLogistics lautet: «Logistik ist, wenn es mehr als eine Lösung gibt.» In der Tat gibt es im weiten Feld der Logistik – oder moderner ausgedrückt – im Supply Chain Management meist mehrere Lösungsmöglichkeiten. Das Kunststück des Logistikdienstleisters liegt darin, die für den Kunden optimale Lösung zu finden und zu realisieren. Dies ist nicht immer ganz leicht, wurden doch die Anforderungen an die Logistikdienstleister in den vergangenen Jahren immer komplexer.

Die Hektik innerhalb der Supply Chain hat in jüngster Zeit zugenommen. Innerhalb des Warenflusses kann festgestellt werden, dass die Anzahl Artikel ständig zunimmt, gleichzeitig müssen im Sinne der Just-in-time-Philosophie immer kleinere Mengen eines Artikels in immer kürzeren Zeitintervallen zur Verfügung gestellt werden. Hohe Anforderungen also an die Logistikverantwortlichen, seien diese nun im Unternehmen selbst oder bei einem professionellen Dienstleister tätig. Letztere nutzen den Trend aus, dass immer mehr Produktions- und Handelsunternehmen ihre Logistikaktivitäten an spezialisierte Dienstleister auslagern. Diese wiederum müssen in der Lage sein, diese Aufgaben rationeller und vor allem kostengünstiger zu erledigen, als dies der Auftraggeber könnte. Durch kluge Bündelung gleichartiger Aufgaben beziehungsweise Transporte kann der professionelle Logistiker Kostenreduktionen erzielen, die erheblich sein können.

Anspruchsvolle Aufgaben

Clevere Logistiklösungen sind also gefragt, und wer hier die bessere Lösung hat, macht das Rennen beim Outsourcing. Zu den äusserst aktiven Logistikdienstleistern in der Schweiz hat sich in den vergangenen Jahren die Schweizerische Post entwickelt. Man begnügt sich längst nicht mehr mit dem Transport von Briefen und Paketen, vielmehr will die Tochtergesellschaft PostLogistics sich zu einem umfassenden Anbieter anspruchsvoller Logistikdienstleistungen entwickeln. Wie Christian Kubik, Mitglied der Geschäftsleitung der PostLogistics AG, unterstreicht, hat sich das Unternehmen schrittweise zum Logistikprofi entwickelt, der standardisierte Branchenlösungen offeriert, umfassende Logistiklösungen umsetzt und massgeschneiderte Individuallösungen entwickelt, für den Kunden, gemeinsam mit dem Kunden oder im Outsourcing als Fullservice-Unternehmen.

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Beispiel Johnson & Johnson

Johnson & Johnson Medicals DePuy Division ist eine der führenden Weltmarken für orthopädische Produkte. In der Schweiz ist das Unternehmen in den letzten Jahren stark gewachsen; ihre Warenlogistik ist dabei immer mehr an Grenzen gestossen. Im Medizinalbereich mit seinen professionellen Anwendern wie Ärzten und Kliniken als Kunden sind aber eine hohe Lieferbereitschaft mit den richtigen Produkten im genau richtigen Moment, eine hohe Flexibilität rund um die Uhr sowie eine Top-Qualitätskontrolle entscheidende Erfolgsfaktoren. PostLogistics realisierte für Johnson & Johnson Medicals DePuy Division eine Logistiklösung für orthopädische Produkte. Im neuen Logistikzentrum Villmergen arbeiten die Mitarbeitenden von PostLogistics und Johnson & Johnson Hand in Hand: PostLogistics ist verantwortlich für den gesamten Wareneingang (inklusive der Rücknahme der gebrauchten Operationskits) sowie die Lagerung aller Produkte in Villmergen.

Für die Prüfung und das Auffüllen der Operationskoffer sind dann die dafür ausgebildeten Johnson & Johnson-Mitarbeitenden zuständig, während PostLogistics anschliessend die gesamte Auslieferung übernimmt. Diese erfolgt sowohl an Konsignationslager von Grossabnehmern als auch direkt an kleine und mittlere Abnehmer. Mittels «innight medica» kann die Lieferung bei Bedarf sogar direkt vor den Operationssaal erfolgen. Innight medica garantiert eine Nachtauslieferung bis 6.00 Uhr und berücksichtigt die speziellen Hygienevorschriften in den Spitälern. Konzept und Vertrag für die neue Lösung für Johnson & Johnson konnten in rund drei Monaten aufgestellt werden. Die Umsetzung war Anfang November 2007 erfolgreich abgeschlossen.

Das enge Zusammengehen von Kunde und PostLogistics im neuen Logistikzentrum bringt Johnson & Johnson Medicals DePuy Division eine Reihe von Vorteilen. Dank der Integration in ein grosses Zentrum kann sich der Kunde für die nächsten Wachstumsjahre die nötige Flexibilität sichern, um nicht schon bald wieder an Grenzen zu stossen. Aber auch Schwankungen im Tages- und Wochenverlauf können dank der Zusammenarbeit mit einem Logistikpartner aufgefangen werden. Aber das wohl wichtigste Merkmal dieser innovativen Lösung ist die Fokussierung beider Partner auf ihre Kernprozesse: Der Kunde kann sein Know-how und seine Ressourcen für die Weiterentwicklung seines Angebots einsetzen und so weiterhin als «Best in class»-Anbieter wachsen. Die Integration von «innight medica» von PostLogistics erlaubt eine Warenauslieferung rund um die Uhr, an sieben Tagen der Woche direkt ins Spital, auf der Basis eines eingespielten und bewährten Prozesses.

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Lagern für Siemens

Ein zweites Beispiel logistischer Lösungen zum Vorteil der Kunden ist die Logistiklösung, welche PostLogistics für die Siemens Building Technologies AG entwickelte und realisierte. Das Unternehmen ist ein auf Gebäudeautomation und Gebäudesicherheit spezialisierter Bereich von Siemens. Zu den unter dem Namen Fire & Security Products in Volketswil entwickelten und vertriebenen Produkten zählen Brandmelder, Wärme- und Einbruchmelder, Infrarotschranken, Kartenleser für Zutrittskontrollsysteme, PIN-Code-Tastaturen und Anwendungen für die digitale Videoverarbeitung. Diese Komponenten werden sowohl an die Schwesterdivisionen Fire Safety und Security Systems sowie an spezialisierte Installateure und Erstausrüster geliefert.

Mit dem Ziel, sich vermehrt auf die eigenen Kernkompetenzen konzentrieren zu können, hat die Siemens Building Technologies Anfang Oktober 2007 ihr Produktionslager in Volketswil aufgelöst und die gesamten Lageraktivitäten PostLogistics übergeben. Diese hat die Bewirtschaftung des Produktions- und Servicelagers vollständig übernommen. Für Siemens hat die Versorgungssicherheit der Produktionsstätte in Volketswil oberste Priorität. PostLogistics sorgt vom neuen Lagerstandort in Urdorf für die tägliche Belieferung des Produktionsbetriebs. Dort wird im 7x24-Stunden-Betrieb produziert. Die für die Produktion benötigten Artikel werden nach dem Kanban-Prinzip geordert. Die Mitarbeitenden von PostLogistics füllen die EDS-Behälter ab. Diese werden anschliessend direkt an die verschiedenen Punkte der Produktionsstrasse in Volketswil gebracht. Somit ist eine lückenlose und rasche Produktion gewährleistet. PostLogistics erbringt im Logistik-Center Urdorf seit 2005 Dienstleistungen für andere Bereiche von Siemens. Diese Zusammenarbeit wurde nun weiter ausgebaut. PostLogistics stellt Building Technologies in ihrem Center in Urdorf eine Lagerfläche von 3000 m2 mit 1600 Palettenplätzen und 5500 Kleinteileplätzen für die zum Teil hochsensiblen elektrotechnischen Komponenten zur Verfügung.

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Dank diesen effizienten Lagerbedingungen und der schnellen Verfügbarkeit können die Logistikleistungen für Siemens ohne weitere Zwischenlager erbracht werden. Im Rahmen der Übernahme wechseln die im Volketswiler Lagerbetrieb von Siemens beschäftigten acht Mitarbeitenden zu PostLogistics in Urdorf. Kosten sparen und Abläufe optimieren standen beim Entscheid von Siemens Building Technologies AG, ihr Produktions- und Servicelager in Volketswil einem spezialisierten Unternehmen zu übergeben, im Vordergrund.

Wer sich im ständig wachsenden Angebot an Unterhaltungselektronik und Haushaltgeräten umschaut und sich stets für die neueste Technik zum tiefsten Preis entscheidet, weiss meist nicht, welch komplexe Logistik hinter dieser schillernden Verkaufswelt steckt. Denn um im immer härteren Preis- und Innovationswettbewerb bestehen zu können, ist eine kostengünstige, schnelle und flexible Logistik entscheidend. Zu diesem Schluss ist auch die Metro Group gelangt, zu der Media Markt Schweiz gehört. Die Analysen der hauseigenen Logistikgesellschaft MGL Metro Group Logistik GmbH haben nämlich gezeigt, dass individuelle Anlieferungen durch die einzelnen Markenvertreter eine effiziente Ressourcenplanung verunmöglichen, zu langen Wartezeiten an den Rampen führen, die Kostentransparenz erschwe-ren und die Administration aufblasen.

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PostLogistics wurde daher beauftragt, ein innovatives Logistikkonzept der MGL für Media Markt Schweiz umzusetzen, das für alle Partner wirtschaftlicher ist und gleichzeitig ökologische Vorteile bringt. Ziel der Neukonzeption waren Kosteneinsparungen, klare Zeitfenster für den Ablad, eine Zusammenarbeit auf Vertrauensbasis, eine Ansprechperson für alle Anliegen, erfahrene Chauffeure und Einsparungen bei der LSVA sowie eine Reduktion der CO2-Emissionen. Neu beliefert PostLogistics die rund 20 Filialen von Media Markt in der ganzen Schweiz. Sie holt die Waren in eigener Regie bei den zahlreichen Lieferanten ab und bringt sie ins PostLogistics-Warenlager. Von dort liefert sie nach Bedarf direkt an die Filialen aus – just in time und mit nur einem Transport. PostLogistics ist damit verantwortlich für das ganze Speditionssystem in den Bereichen Stückgut sowie Teil- und Komplettpartien (palettierte Sendungen) für alle Markenvertretungen in der Schweiz.

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Fahrplan wird genau eingehalten

Wo früher eine Reihe von Transporteuren mit wechselnden, ortsunkundigen Chauffeuren um die knappen Rampenplätze rangelten oder unkoordiniert über den ganzen Tag Ware anlieferten, weiss heute jede Filiale genau, wann der Sammeltransport von PostLogistics eintrifft. Die Chauffeure kennen die lokalen Verhältnisse und können den Fahrplan von Filiale zu Filiale genau einhalten. Die so geschaffenen Synergien reduzieren den Einsatz von Lastwagen und Personal, ergeben Einsparungen bei der LSVA und verkleinern die Zahl der gefahrenen Lastwagenkilometer deutlich – das heisst weniger Treibstoffverbrauch und ein geringerer CO2-Ausstoss. Klar definierte Regeln, die für alle am Prozess beteiligten Partner gelten, also Lieferanten, Spediteure und Media-Markt-Filialen, erhöhen die Servicequalität.

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Mit dem Entscheid, die Logistik den Spezialisten zu überlassen, liegen die Unternehmen Johnson & Johnson, Siemens Building Technologies und Media Markt Schweiz im Trend: Immer mehr Unternehmen lagern die Logistik teilweise oder gesamthaft aus. Die steigende Komplexität logistischer Prozesse sowie die zunehmende Nachfrage nach zeitlich sehr kurzfristigen und flexiblen Lieferungen auf Abruf («on demand») sind einige Gründe dafür.