Hurd möchte zwar weiterhin sparen, aber auch wachsen. Um Skeptiker umgehend zu beruhigen, betonte er, dass die Kostenstruktur weiterhin auf «konservatives» Wachstum ausgelegt sein soll.



Umsatz: Wieder Wachstum in Sicht



Der Umsatz dürfte (auch) aufgrund weiterer Faktoren im nächsten Jahr wieder leicht zulegen: So liegt die Vergleichsbasis, die in diesem Kalenderjahr geschaffen wurde, sehr niedrig. Dann verschieben sich die Währungskursverhältnisse – ein schwacher Dollar bedeutet starken Euro und Yen und damit profitiert HP automatisch optisch von günstigen Wechselkursverhältnissen. Hinzu kommen alternde PC-Flotten in vielen Firmen und grösseres Verkaufspotenzial, weil der IT-Dienstleister EDS jetzt ganz integriert sein wird.

Besonderes Augenmerk lag – wie beim letzten grossen Analystentag Ende 2007 in New York – auf der Printersparte. Hier führt HP mit Abstand und hier sieht das Management neue Möglichkeiten bei Grafikdruck, Managed Print-Services und bei Retail-Fotoketten. Bei der durch den Kauf von EDS entscheidend verstärkten Servicesparte dominierte das Thema rasche Integration sowie Kostensenkungen, beim Servergeschäft betonten die HP-Leute die Konvergenz der Systeme und die Ausweitung des Produkteportfolios.



Kaum Umsatzeinbussen



Dass ein breit aufgestelltes Geschäftsmodell viele Vorteile hat, zeigte die Präsentation der Finanzchefin Cathie Lesjak: Im laufenden Jahr war der Gesamtumsatz um 1% geschrumpft, der operative Gewinn wurde dennoch um 6% ausgeweitet. Und obwohl man bei Servern und PCs Umsatzrückgänge von 20% zu verzeichnen hatte, gewann man andernorts hinzu, um diese Delle auszubalancieren.  In der Vergangenheit führte jeweils eine Umsatzverbesserung von 4% zu einer Ausweitung der operativen Marge von 20%.

In einer Zeit, wo sich mutige CEOs lediglich zu Prognosen für das nächste Quartal hinreissen lassen, kam Hurd bereits mit dem Ausblick auf 2010. Er erwartet – als betont konservative Schätzung – einen Umsatz zwischen 117 und 118 Mrd. US-Dollar und einen Gewinn pro Aktie zwischen 4.20 und 4.30 Dollar und damit etwa auf der Höhe des Analystenkonsens.

Die Analysten der Bank of America rechneten umgehend nach – und kamen auf etwas mehr Gewinn (4.45 Dollar). Für sie bleibt HP eine Firma «mit intakter Margenverbesserungs-Story». Aus dem Kleingedruckten der Powerpoint-Präsentationen geht zudem hervor, dass HP zwar weiterhin Kundenprojekte (vor-)finanziert. Aber das Wachstum ist hier klein und es sieht nicht danach aus, als ob der Konzern klammen Kunden beisteht, um das eigene Hardwaregeschäft aufzublähen.



Attraktivste Hardwareaktie



Laut den Analysten der Citigroup ist HP eine der attraktivsten Hardwareaktien für den Einjahreshorizont. Hier hält man das von HP angestrebte Umsatzplus zwischen 3 und 4% für «extrem konservativ», weil gerade bei PCs das Geschäft wieder in Gang kommt. Und auch die Margenvorgaben von 15 bis 17% in der Printingsparte erscheinen leicht erreichbar, glauben die Citigroup-Analysten.

Richtig begeistert zeigten sich die Citigroup-Analysten von der Fähigkeit der HP-Manager, gleich an mehreren Fronten eine gute Arbeit abzuliefern: Sowohl bei der Produkteentwicklung als auch der Ressourcenplanung, den Effizienzsteigerungen und der Optimierung der Bilanzverhältnisse gilt der Konzern als mustergültig. «Es ist fair zu sagen, dass wir es hier mit einer extrem gut geführten Firma zu tun haben, die klare Prioritäten hat und ihre Ziele solide umsetzt.» Auch hier legt man die Gewinnerwartung mit 4.38 Dollar leicht über den Analystendurchschnitt.
 

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